Ärzte Zeitung, 08.12.2015

Aktien

Dividendenbringer sind heiß begehrt

Dividendenstarke Aktien bringen Stabilität ins Portfolio. Über spezielle Fonds können Anleger gezielt auf solche Werte setzen. Die breite Streuung mindert das Risiko überraschender Kürzungen der Ausschüttung.

Von Richard Haimann

NEU-ISENBURG. Es ist ein Rekordbetrag: Rund 365 Millionen Euro überweist die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset and Wealth Management diesen Monat den Anlegern ihres Fonds "DWS Top Dividende".

Das sind rund drei Euro pro Anteilsschein und damit der höchste Betrag seit Auflage des Fonds vor zwölf Jahren.

Obendrein können sich die Anleger noch über deutliche Kursgewinne freuen: Der Wert der Anteilsscheine ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 15 Prozent gestiegen.

Anleihen weiterhin unattraktiv

Einige Mitbewerber, die ebenfalls auf dividendenstarke Aktien setzen, können sogar noch höhere Erfolge vorweisen. Der Wert der Anteilsscheine des "Pan European Equity Fund" von Invesco legte seit Ende November 2014 um mehr als 18 Prozent zu, der "DJE Dividende & Substanz" um über 16 Prozent.

Im Schnitt gewannen die auf europäische Aktien ausgerichteten Dividendenfonds seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent, global ausgerichtete Fonds mehr als neun Prozent.

Die Daten zeigen, welches Ertragspotenzial Aktien dividendenstarker Firmen bieten. Daran wird sich nach Meinung von Experten auch 2016 in Europa wenig ändern. Denn die Sparpolitik der Regierungen in den EU-Staaten führt dazu, dass sich die Länder immer weniger Geld an den Kapitalmärkten leihen.

Nach einer neuen Studie der NordLB werden 2016 in der Eurozone Staatsanleihen im Gesamtwert von 1035 Milliarden Euro von den Regierungen zurückgezahlt. Hingegen werden lediglich neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 800 Milliarden Euro neu emittiert. "Das Nettovolumen wird um 235 Milliarden Euro schrumpfen", sagt Analyst Norman Rudschuck.

Hohe Dividende keine Absicherung

Obendrein will die EZB weiterhin Monat für Monat Anleihen für 60 Milliarden Euro aufkaufen. Dadurch können die Länder neue Anleihen zu Minizinssätzen emittieren. Deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentieren bei nur noch 0,6 Prozent. "Dies zwingt institutionelle Investoren in andere Anlagen", sagt Rudschuk.

Denn Pensionskassen und Lebensversicherer müssen für Altverträge Renditen von mehr als vier Prozent pro Jahr generieren. Aktien von Konzernen, die hohe Dividenden ausschütten, stehen dabei für die Profianleger stark im Kurs. Allerdings ist eine hohe Dividende keine Garantie, dass der Aktienkurs nicht fällt. Energieversorger wie E.On und RWE schütten zwar traditionell hohe Dividenden aus.

Dennoch kamen ihre Titel unter die Räder, als die Bundesregierung den Atomausstieg beschloss. Der Abgasskandal dürfte VW zwingen, seine Dividende zu kürzen, um Rückstellungen für die drohenden Strafzahlungen in den USA zu bilden. "Der Autobauer hat noch einen langen Weg vor sich", sagt Stefan Burgstaller, Analyst von Goldman Sachs, der die Aktie mit Verkaufen eingestuft hat.

"Durch Investment in einen Dividendenfonds könnten Anleger derartige Risiken für sich minimieren, weil die Fondsmanager das Kapital ihrer Kunden breit über Aktien zahlreicher Konzerne streuen", sagt Dietmar Thomaschowski vom Analysehaus Thomaschowski Research & Advisory.

Beim Kauf der Fondsanteile erheben Banken und Sparkassen Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent. "Diese Gebühren können sich Anleger sparen, wenn sie ihre Hausbank beauftragen, die Fondsanteile für sie direkt an der Börse zu erwerben", sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dann fielen Gebühren von weniger als einem Prozent an.

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