Ärzte Zeitung, 18.01.2016

Anlagen

Asiens Märkte sind immer noch attraktiv

Von Gottfried Urban

NEU-ISENBURG. Was ist mit den Aktienmärkten in Schwellenländern wie Brasilien, Russland, Indien und China los? Deren Wertentwicklung hinkt seit Jahren hinterher. Anleger haben in den vergangenen fünf Jahren dort nichts verdient. Deutsche Aktien oder auch der Weltaktienindex dagegen konnte in dieser Zeit um 80 Prozent zulegen.

Bei den Investoren geht die Angst um. Viele dieser Schwellenländer sind in US-Dollar verschuldet. Ein Zinsanstieg würde das Wachstum weiter belasten. Zudem macht der starke US-Dollar die Rückführung von Schulden teuer. Die Bereitschaft der Profis, in Schwellenländer zu investieren, liegt deshalb auf Krisenniveau.

Auch wenn die starke US-Währung und der Verfall der Rohstoffpreise für viele Länder eine Belastung ist, so gibt es auch Profiteure. Indien gehört zum Beispiel als Nettoimporteur von verbilligten Rohstoffen zu den großen Gewinnern von niedrigen Rohstoffpreisen. Nicht nur hierzulande entlasten also niedrigere Ölpreise den Geldbeutel. Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig.

Die aktuell negative Stimmung kann die langfristig positiven Aussichten der Märkte nicht trüben. So bieten die Länder Asiens einen riesigen Absatzmarkt. Dort wird in zwanzig Jahren eine neue Mittelschicht von aktuell gut 600 Millionen auf über drei Milliarden Menschen ansteigen.

Aktienfirmen, die in diesen Absatzmärkten aktiv sind, sollte man näher betrachten. Bevorzugt profitieren Konsumgüterhersteller, die Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs herstellen. Sie unterliegen nicht den üblichen konjunkturellen Zyklen. Diese Güterproduzenten werden an der Börse deshalb oftmals etwas teurer gehandelt, dafür ist die Gewinn- und Dividendenentwicklung stetiger.

Anbieter von zyklischen Gütern spüren Konjunkturschwankungen und sind meist im Kursmuster und in der Dividendenpolitik stark schwankend. Man kann eben auch mal die Anschaffung eines neuen Autos verschieben oder beim Shoppen sparsamer sein.

Einen breit streuenden Schwellenländeraktienfonds, der ohne Einschränkungen in konsumorientierte Unternehmen investiert oder einen globalen Aktienfonds, der in Global Player anlegt, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen, sollte man trotz großer Schwankungen im Langfristteil des Depots haben.

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