Ärzte Zeitung, 01.02.2016

Geldanlage

Feriendomizil im Schnee verspricht Aussicht auf Rendite

Ferienimmobilien in den Alpen sind sehr gefragt. Objekte in schnee-sicheren Orten bieten ein großes Wertsteigerungspotenzial.

Von Richard Haimann

Feriendomizil im Schnee verspricht Aussicht auf Rendite

Schnee garantiert und kurze Wege zur Skipiste – das zieht Investoren für Ferienimmobilien an.

© HappyAlex /Fotolia.com

NEU-ISENBURG. Bis zum frühen Nachmittag auf die Piste, vor dem Apres-Ski ins Maklerbüro: Jedes Jahr nutzen vermögende Anleger den Winterurlaub, um sich ein Feriendomizil in den Alpen zuzulegen.

"Für uns herrscht jetzt Hochsaison", sagt Ralf Schatto, Lizenzpartner der Makler-Franchisekette Engel & Völkers in Garmisch-Partenkirchen.

Im oberbayerischen Kurort ist die Nachfrage nach Zweitdomizilen diesen Winter besonders groß. Denn der britische Immobiliendienstleister Savills hat den Kurort zur einzigen deutschen Skidestination von internationalem Rang erhoben.

Die Marktgemeinde zu Füßen der Zugspitze spiele in einer Liga mit so erlesenen Wintersportorten wie dem französischen Chamonix, dem österreichischen Kitzbühel oder dem Schweizerischen Zermatt.

"Garmisch-Partenkirchen zieht heute in Scharen Besucher aus West- und Osteuropa an", sagt Savills-Researcher Paul Tostevin. Das locke auch Käufer aus Großbritannien, den Niederlanden und Belgien.

Garmisch-Partenkirchen im Trend

Die Immobilienpreise streben deshalb kontinuierlich in die Höhe. "Ferienhäuser und -wohnungen im Bestand haben sich seit 2010 pro Jahr im Schnitt um fünf Prozent verteuert", sagt Schatto.

"Je nach Lage und Zustand werden bei diesen Objekten heute 2500 bis 5000 Euro pro Quadratmeter gefordert und bezahlt." Für Neubauten müssten Käufer inzwischen sogar bis zu 7000 Euro pro Quadratmeter hinlegen.

"2015 zogen deren Preise um rund acht Prozent an, weil Baugrundstücke knapp sind und sich deshalb stark verteuern", erklärt Schatto.

In den kommenden Jahren dürften die Immobilienwerte weiter zulegen, so der Makler. Denn Garmisch kann mit einem Pfund wuchern, das viele Orte in Oberbayern nicht mehr haben: Schneesicherheit.

An den Hängen der 2962 Meter hohen Zugspitze waren in dieser Saison die Lifte bereits am 4. Dezember in Betrieb gegangen. "Damals betrug die Schneehöhe bereits 70 Zentimeter", sagt Verena Lothes, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahnen. Hingegen fiel in etlichen anderen Orten erst nach Weihnachten die weiße Pracht.

Potential am Watzmannmassiv

Entsprechend günstiger sind Zweitdomizile in anderen Orten. In Berchtesgaden gebe es "hochwertige Wohnungen und Häuser mit Blick auf die berühmte Ostwand des mächtigen Watzmannmassivs für rund 3000 Euro pro Quadratmeter", sagt Christine Ziegler vom Maklerhaus Nowak Immobilien in der Marktgemeinde.

Fällt der Schnee rund um den Ort am Königssee erst spät, müssen sich Wintersportler allerdings ins Auto setzen. Im Umkreis von 45 Minuten sind höher gelegene Skigebiete in Österreich erreichbar, wo die Saison bereits im Dezember beginnt.

Viele Interessenten sehen sich deshalb gleich jenseits der Grenze nach einem Zweitwohnsitz um. Nicht nur deshalb haben sich Ferienhäuser und Wohnungen in den schneesicheren Tälern Tirols und Vorarlbergs in den vergangenen Jahren stetig verteuert.

Hinzu kommt, dass die Regierung das Angebot knapp hält. Ausländer dürfen nur Immobilien in eigens dafür ausgewiesenen Zweitwohnsitzzonen erwerben. Dies soll verhindern, dass internationale Käufer einheimische Familien beim Feilschen um Baugrund und Häuser überbieten.

"Seit 2005 haben sich die Preise von Ferienimmobilien, die Ausländer erwerben können, in Vorarlberg verdoppelt", sagt Gabriele Bischof, Leiterin des Engel & Völkers-Büros in Bregenz. Bis zu 7000 Euro pro Quadratmeter müssten Käufer inzwischen zahlen.

Weil kaum neue Zweitwohnsitzzonen ausgewiesen werden, dürften die Marktwerte weiter zulegen, meint Savills-Researcherin Yolande Barnes. "Im Tiroler Nobelort Kitzbühel haben die Quadratmeterpreise deshalb bereits die Marke von 15.000 Euro erreicht." In St. Anton seien die Spitzenpreise jetzt auf 10.000 Euro gestiegen.

Franken als Damoklesschwert

Vorsicht ist hingegen bei Schweizer Ferienimmobilien angesagt. Zwar ist das Angebot auch dort knapp, weil Ausländer ebenfalls nur Objekte in Zweitwohnsitzzonen erwerben dürfen.

Allerdings halten Experten den Franken für überbewertet, nachdem die eidgenössische Währung seit Beginn der Finanzkrise mehr als 30 Prozent gegen den Euro zugelegt hat.

"Fällt der Franken auf seinen alten Stand zurück, würden Käufer aus der Eurozone erhebliche Währungskursverluste erleiden", sagt Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum.

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