Ärzte Zeitung, 23.06.2016

Investment

Welt-Börsenindex gibt Orientierung

Investmentchancen tun sich für Anleger weltweit auf. Sie erfordern aber viel Zeit für die Informationsbeschaffung. Der Börsenindex MSCI World spiegelt die Kursentwicklung der 1634 größten global agierenden Konzerne wider - und gibt so schnell Orientierung.

Von Richard Haimann

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Der Index MSCI World dient manchem Anleger auch als Anlageorakel.

© Uwe Annas / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Die US-amerikanischen IT-Konzerne Apple und Microsoft, der Schweizer Nahrungsmittelgigant Nestlé, deutsche Automobil- und Pharmawerte, japanische High-Tech-Schmieden, australische und kanadische Bergbauriesen - der Börsenindex MSCI World spiegelt die Entwicklung der Aktienkurse der 1634 größten global agierenden Konzerne aus 23 Industriestaaten wider, die zusammen eine Marktkapitalisierung von mehr als 32.000 Milliarden Euro aufweisen.

"Er gilt damit als der Pulsmesser der Weltbörsen schlechthin", sagt Moritz Westerheide, Analyst der Bremer Landesbank.

Mit börsennotierten Indexfonds, sogenannten ETF, die den MSCI World eins zu eins abbilden, können Anleger an der Kursentwicklung all dieser Basiswerte partizipieren.

"Über ETF auf diesen Index haben Investoren mit einem Anlageprodukt an der Performance der größten Konzerne der Welt teil", sagt Westerheide.

Durch die Streuung des Anlegerkapitals auf so viele Unternehmen sinke zudem das Risiko, Verluste bei Einbrüchen an der Börse zu erzielen. "Stoßen Investoren Autoaktien ab, um sich stattdessen Pharma- oder IT-Werten zuzuwenden, wird dies durch die breite Diversifizierung der einzelnen Werte im Index kompensiert", sagt der Analyst.

Dax im Hintertreffen

Welche Vorteile der MSCI World gegenüber Länderindices bietet, zeigt ein Vergleich mit dem deutschen Leitindex Dax. Seit 2006 hat der Dax pro Jahr im Schnitt um 5,3 Prozent zugelegt, der Weltindex hingegen um 5,7 Prozent.

Zudem schwankte die Dax-Notierung pro Jahr im Schnitt um 19,7 Prozent. Hingegen betrug das Auf und Ab des Kurses beim Globalindex nur 13,5 Prozent.

Das Magazin Finanztest der Stiftung Warentest attestiert den ETF auf diesen Index deshalb jetzt in einer Studie, selbst für Börsenmuffel ein geeignetes Investment zu sein. "Der MSCI World ist einer der wenigen Aktienindizes, die sich auch für Einsteiger eignen", urteilen die Experten.

Zahlreiche Anbieter haben ETF auf den Global-Index aufgelegt. Gegenüber aktiv gemanagten Aktienfonds, die weltweit in Werte investieren, bieten diese Indexfonds einen Kostenvorteil: Da sie direkt an der Börse erworben werden, fallen nicht die bei herkömmlichen Aktienfonds üblichen Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent an.

Zudem sind die Verwaltungsgebühren bei der ETF sehr niedrig, da sie ihren Index nur passiv nachbilden. Beim iShares Core MSCI World, dem DB X-Trackers MSI World und dem Comstage MSCI World beträgt die jährliche Verwaltungsgebühr nur 0,2 Prozent.

Chinesische Werte sind außen vor

Trotz der Bezeichnung als Global-Index können Anleger mit dem von der früheren Morgan-Stanley-Tochter MSCI aufgelegten Index nicht in alle großen Konzerne der Welt investieren. Chinesische Werte sind im großen Korb nicht enthalten, weil die Regierung in Peking Investoren nicht uneingeschränkt erlaubt, an den Börsen des Landes Aktien zu handeln.

Griechische Papiere wurden im Verlauf der Schuldenkrise aus dem Index entfernt, weil die Börse in Athen zu stark geschrumpft war. "Darüber hinaus dominieren US-Konzerne mit einem Anteil von 59,36 Prozent den MSCI World", sagt Westerheide.

Dies liegt daran, dass amerikanische Unternehmen zum einen die globale Liste der Börsenschwergewichte anführen. Zum anderen sind deutlich mehre Konzerne aus den USA, als auch Europa oder Japan weltweit tätig. Hingegen sind Unternehmen aus aufstrebenden Nationen nicht im Index vertreten.

"Anleger, die auf spezielle Themen wie die Börsenentwicklung in China oder in den aufstrebenden Nationen setzen wollen, müssen deshalb in weitere ETF investieren, die entsprechende Indizes aus diesen Teilen der Welt nachbilden", so Westerheide. Eine Alternative könnten dabei auch aktiv gemanagte Aktienfonds sein, deren Strategen über gute Kenntnisse dieser Märkte verfügen.

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