Ärzte Zeitung, 01.05.2012

Kommentar

Hoher Anspruch, hoher Preis

Von Sabine Schiner

Das neue Vorsorgeprogramm "Care 50 Plus", das die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit entwickelt hat, ist als Curriculum angelegt. In acht Modulen vermittelt es Ärzten Wissen und gibt Tipps für eine frühzeitige Erkennung gesundheitlicher Risiken bei Männern - auf genetischer, zellulärer, hormoneller und psychischer Ebene.

Das Konzept ist mit seinen Checklisten, Mitarbeiterschulungen und Abrechnungshilfen relativ leicht in der Praxis umzusetzen und ein hilfreicher Ansatz für Ärzte, die sich in der Männermedizin spezialisieren möchten.

Die umfangreiche Anamnese, die bis zu einer Stunde dauern kann, erfordert allerdings ein gutes Zeitmanagement. Einfach nebenher ist das im ganz normalen Sprechstundenalltag nicht zu machen, darüber sollten sich Ärzte klar sein.

Selbstzahler erwarten zu Recht, dass sich ihr Arzt Zeit für sie nimmt - und sie nicht in fünf Minuten abspeist. Schließlich sollen sie für "Care 50 Plus" bis zu 1200 Euro ausgeben.

Eine gute Möglichkeit, ihnen mehr Komfort zu bieten, sind Präventions- oder IGeL-Sprechstunden außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten. Ein Service, den bestimmt nicht nur Männer über 50 zu schätzen wissen.

Lesen Sie dazu auch:
Jetzt kommt der TÜV für Männer ab 50

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »