Ärzte Zeitung, 28.08.2012

Kommentar zur IGeL-Staatshilfe

Schwarzer Peter im Sommerloch

Von Angela Mißlbeck

Wenn das Stichwort IGeL fällt, dann meist in Zusammenhang mit üblen Schimpfkanonaden über angeblich geldgierige Ärzte. Da ist der Schwarze Peter ganz klar zugeteilt. Diesmal ist der Fall etwas anders gelagert. Das Sommerloch hat er aber trotzdem gut gefüllt.

Die Bundesregierung fördert IGeL-Verkaufstrainings für Ärzte - Verzeihung: förderte. Die angekündigte Änderung der Förderrichtlinie hat das Bundeswirtschaftsministerium extrem schnell vollzogen. Vielleicht war die Änderung selbst aber genauso überflüssig wie die Ankündigung. Ein Jurist vertritt die Auffassung, dass solche Veranstaltungen schon bisher nicht förderfähig waren.

Sei's drum: Der Schwarze Peter wanderte in diesem Sommerspiel munter umher. Erst wurde "findigen Ärzten" unterstellt, sie hätten eine Lücke im Förderrecht ausgenutzt. Dann wurde die Bundesregierung für diese Lücke angegriffen. Sie hat sich eifrig bemüht, den Schwarzen Peter schnell abzugeben.

Das Spielchen ging so lange, dass einige Ärzte schon vermuteten, es sei das Vorspiel zum Milliardenpoker um die Arzthonorare. Schließlich ist der Schwarze Peter dort gelandet, wo er hingehört: im Sommerloch. Dort möge er ruhen. Nicht selten lenkt künstliche Aufregung von Wichtigerem ab.

Lesen Sie dazu auch:
Staatshilfe für IGeL: Viel Lärm um nichts

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »