Ärzte Zeitung, 16.12.2013

wiki-media.de

Online-Enzyklopädie zu IGeL-Angeboten

Ärzte regieren auf die Kritik an Selbstzahlermedizin mit dem Portal wiki-medi.de. Es soll über Selbstzahlerleistungen aufklären. 400 Leistungen sind verzeichnet.

BERLIN. Die Qualitätssicherung bei individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) ist ein heißes Eisen. Mit dem IGeL-Monitor macht die AOK ihren Versicherten kassenseitig ein Angebot. Eine Antwort der Ärzte kommt nun mit dem Portal wiki-medi.de.

"Die gesetzliche Krankenversicherung stellt eine ausreichende Versorgung bereit, die das Maß des Notwendigen allerdings nicht überschreiten darf. Freie Gesundheitsleistungen stellen neue Optionen in Diagnostik und Behandlungsverfahren, aber auch im Beratungs- und Präventionsbereich dar", so Dr. Norbert Panitz, Vorsitzender der Ärztlichen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention (ÄGGP), die das Portal lanciert hat. Er ist überzeugt, dass diese Leistungen einen wachsenden Anteil zur Gesundheitsversorgung in Deutschland beitragen.

Wiki-Medi ist eine Online-Enzyklopädie zu ärztlichen Selbstzahlerleistungen. Sie kann alphabetisch, nach Fachgebieten oder nach Leistungsbereichen durchsucht werden. Mehr als 400 Leistungen sind dort bereits verzeichnet.

Zu jeder sollen nun Expertenkommentare nach dem Wikipedia-Prinzip erstellt werden. Eine Ampel zeigt an, ob das bereits geschehen ist - bei Rot ist die Leistungsbeschreibung bearbeitet.

Verhaltenskodex für teilnehmende Ärzte

Ein Anfang ist gemacht. Für rund 15 Leistungen stehen Beschreibungen und Expertenkommentare bereit. Die ÄGGP hat ärztliche und zahnärztliche Fachgesellschaften und Berufsverbände zur Mitarbeit beim weiteren Aufbau der Datenbank aufgerufen.

Die teilnehmenden Ärzte schließen sich einem Verhaltenskodex an und übernehmen die Autorenschaft für eine Leistungsbeschreibung auf Dauer. Damit soll die Qualität der Expertenkommentare gewährleistet werden.

Wiki-Medi ist eingebettet in das Portal Free-Med. Damit ist langfristig angestrebt, dass der durch die Enzyklopädie in Gang gesetzte Expertenaustausch eine Qualitätssicherung durch Konsensbildung für Selbstzahlerleistungen etabliert. Das entspräche immerhin Evidenzgrad C bei medizinischen Leitlinien.

Anlass für den Aufbau der Datenbank für präventive medizinische Leistungen war laut ÄGGP auch die zunehmende öffentliche Kritik an der Selbstzahlermedizin.

"Mit Free-med wollen wir auf die im Zeichen des demografischen Wandels zukünftig große Bedeutung der Gesundheits- und Präventionsmedizin hinweisen", so Panitz. (ami)

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