Ärzte Zeitung online, 07.09.2015

Kommentar zum IGeL-Monitor

Subtile IGeL-Sticheleien

Von Matthias Wallenfels

Subtil versteht es der vom Spitzenverband der Kassen betriebene IGeL-Monitor, gegen Ärzte und ihre vermeintlich hinterlistigen IGeL-Aktivitäten zu sticheln.

Seit die Online-Plattform mit ihren Informationen zu Selbstzahlerleistungen in der Praxis vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde, nutzt der IGeL-Monitor seine mediale Macht, um publikumswirksam vor wissenschaftlich angeblich nicht belegbarem Nutzen verschiedener IGeL zu warnen, Verbraucherschützer bewegen sich im selben Fahrwasser.

Nun hält der IGeL-Monitor für alle seine bewerteten Selbstzahlerleistungen je ein "Merkblatt für das Praxisgespräch" vor, auf dem die aus seiner Sicht wichtigsten Erkenntnisse zum jeweiligen Nutzen vermerkt sind - als Basis für das Gespräch mit dem Arzt.

Für Ärzte bedeutet das, dass sie in Zukunft - finden die Merkblätter, die auch über Kassen und Verbraucherzentralen vertrieben werden sollen, Anklang - noch mehr Zeit in IGeL-Aufklärungsgespräche investieren müssen.

Denn sie müssen die aus ihrer Sicht defizitäre Bewertung einer IGeL, hinter deren Nutzen sie stehen, en détail erklären. Gibt es in Praxen stressige Situationen mit einem Merkblatt, steht der IGeL-Monitor sicher gleich wieder auf der medialen Matte - und prangert Missstände in IGeL-Praxen an.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »