Ärzte Zeitung, 12.04.2013

Soziale Netzwerke

Esanum von Ärzten gut angenommen

WIESBADEN. Ärzte waren bislang eher zurückhaltend, was die Nutzung von sozialen Netzwerken anging. "Das ändert sich", sagt Tom Renneberg von "Esanum".

Auf dem Internistenkongress in Wiesbaden konnten sich Besucher über die Kommunikationsplattform informieren. Das Forum hat nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Nutzer - allesamt Ärzte.

"Esanum" ist 2007 entwickelt worden. Die Idee dazu hatte Dr. Bodo Müller, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin. "Anfangs waren vor allem Gynäkologen dabei", erzählt Renneberg, der seinem Onkel half, das Angebot zu entwickeln.

Heute seien es in der Mehrzahl Hausärzte und Internisten, die zur Community von "Esanum" gehören und sich in Foren treffen und austauschen. Für Mediziner ist das Angebot kostenlos.

Das Portal arbeitet mit Pharmaunternehmen zusammen, die Fort- und Weiterbildungen vermitteln. Auch CME-Fortbildungen werden angeboten."Wir wollen industrieunabhängig informieren, das ist uns wichtig", sagt Renneberg.

Jeder zweite Arzt im Internet "heimisch"

Elf Mitarbeiter hat die Plattform derzeit. Renneberg rechnet mit weiterem Mitgliederzuwachs. Nach Schätzungen soll die Zahl der Ärzte in Europa, die sich im Internet heimisch fühlen, 2014 zum ersten Mal auf mehr als 50 Prozent ansteigen "Wir sehen das heute schon am veränderten Nutzerverhalten", so Renneberg.

Viele Ärzte würden mit ihren Mobiltelefonen pro Tag im Schnitt öfter die Website besuchen als früher, dafür aber kürzer bleiben. "Das ist das typische Facebook-Verhalten."

Im Unterschied zu "Facebook" sei "Esanum" ganz auf Mediziner zugeschnitten. Wer Mitglied werden will, muss seinen Arztausweis vorlegen. In den kommenden Monaten soll das Angebot ausgeweitet werden.

Bislang fand der Austausch bei "Esanum" überwiegend auf der fachlichen Ebene statt. "Um das Private haben wir uns bislang nicht gekümmert", so Renneberg. Das soll sich ändern. Geplant ist, einen Dating-Bereich zur Kontaktaufnahme anzubieten. (ine)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »