Ärzte Zeitung, 15.01.2016

Umfrage zu Arztbewertungen

Wertung im Web bestätigt sich häufig

Online-Arztbewertungen decken sich mit realen Erfahrungen von Patienten in Arztpraxen, zeigt eine Umfrage von jameda.

MÜNCHEN. Zwei von drei Patienten, die sich auf Basis von Online-Bewertungen für einen Arzt entschieden haben, machen beim Besuch dieses Arztes ähnliche Erfahrungen wie die Verfasser der Bewertungen (74 Prozent). Das ist Ergebnis einer neuen Umfrage des Arztbewertungsportals jameda unter nach eigenen Angaben 1020 Patienten. Demnach gaben 64 Prozent aller Befragten an, in der Vergangenheit aufgrund von Online-Empfehlungen einen bestimmten Arzt aufgesucht zu haben.

Die Glaubwürdigkeit der Bewertung ist für die Entscheidungsfindung der Patienten laut Umfrage zentrales Kriterium: Für die meisten Befragten, nämlich 63 Prozent, tragen neben positiven auch vereinzelte kritische Erfahrungsberichte dazu bei.

Für den Großteil der Befragten (59 Prozent) seien zudem ausführliche Beschreibungen, in denen Patienten ihre Erfahrungen in einer Praxis detailliert schildern, ein wichtiges Indiz für die Glaubwürdigkeit von Bewertungen. Auf Platz drei der wichtigsten Kriterien (50 Prozent) liege die Aktualität der Bewertungen sowie die durch das Online-Portal implementierten Prüfmechanismen zur Qualitätssicherung.

Jeder dritte Befragte lege immerhin Wert auf übereinstimmende Erfahrungsberichte mehrerer Patienten (36 Prozent) sowie eine hohe Anzahl an Bewertungen für einen Arzt (31 Prozent).

Dass Patienten Arztempfehlungen aufmerksam lesen und das Geschriebene auch kritisch hinterfragen, zeigt sich laut jameda in den offenen Antworten vieler Befragter: "Man muss differenzieren: Eine schlechte Bewertung heißt noch nicht ein schlechter Arzt! Menschliche Befindlichkeiten der Bewerter sollte man für sich filtern."

Ein anderer Patient habe angegeben, dass er Bewertungen gerne lese, sie jedoch durchaus für sich selbst einschätzt: "Im Grunde erkenne ich schon am Bewerter, wie es zu nehmen ist." Somit sind Online-Arztbewertungen für viele "eine gute Stütze bei der Suche nach Hilfe" und stellen einen "guten Anhaltspunkt" dar, so der Tenor vieler Kommentare, heißt es. (mh)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Wenn aus Urin Bier gebraut wird

Ekelig aber genial? Belgische Forscher wollen Bier aus Urin brauen. Doch das ist kein Marketing-Gag: Mit ihrer Idee möchten sie Bauern in Afrika helfen. mehr »

"Depressionen erklären solche Taten nicht"

Der Amokläufer von München, der Attentäter von Ansbach - beide sollen wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein. Experten schließen eine Depression als Erklärung jedoch aus. Wir erkären, wieso. mehr »

Kasse muss für Exoskelett aufkommen

Ein schwerbehinderter Patient hat Anrecht auf ein Exoskelett, so ein Sozialgericht. mehr »