Ärzte Zeitung, 01.09.2016

DEGAM Summerschool

Positives zum Geburtstag

Fünf Jahre alt wird die Nachwuchsakademie der DEGAM in dieser Woche. Die "Summerschool" ist dabei nur ein Teil des Projekts: 27 Medizinstudierende konnten hier Fragen rund ums Hausarzt-Sein klären.

Von Jana Kötter

Positives zum Geburtstag

Ein junger Hausarzt: Der Arbeitsalltag ist facettenreich - das will die "Summerschool" der DEGAM bereits im Studium zeigen.

© Contrastwerkstatt / fotolia.com

LÜBECK. Praxismanagement, Hausbesuche, rationale Pharmakotherapie: Die "Summerschool" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) gibt Platz für Inhalte, die im Medizinstudium oft zu kurz kommen - und will so Lust auf die Tätigkeit als Allgemeinmediziner machen.

Von Mittwoch bis Sonntag haben 27 Medizinstudierende an der diesjährigen "Summerschool" in Lübeck teilgenommen, 2017 folgt das hessische Marburg. Bereits zum sechsten Mal hat das Sommerprogramm Studierende, die ein Interesse an der Allgemeinmedizin haben, adressiert.

Beliebtes Nachwuchsprogramm

Die "Summerschool" ist dabei wichtiger Teil der DEGAM-Nachwuchsförderung - ebenso wie die Nachwuchsakademie, die in dieser Woche fünf Jahre alt wird. Jeder der jährlich bis zu 15 Teilnehmer durchläuft in der dreijährigen Förderzeit auch einmal die "Summerschool".

Das Fazit zum fünften Geburtstag der Akademie ist positiv: "Wir haben diese spezielle Form der Nachwuchsförderung deshalb initiiert, weil wir ein tragfähiges Netzwerk für den allgemeinmedizinischen Nachwuchs schaffen wollten", erklärt Professor Antje Bergmann, Sprecherin der Sektion Studium und Hochschule der DEGAM.

"Dieses Ziel haben wir erreicht." An vielen Hochschulstandorten engagierten sich die Studierenden heute für die Allgemeinmedizin, die jährlich stattfindenden Klausurwochenenden und der Jahreskongress der DEGAM bringen die Studierenden regelmäßig zusammen.

Viel Raum für Gespräche

Wie beliebt die Plätze im Nachwuchsprogramm mittlerweile sind, zeigt auch die Zahl der Bewerber für die "Summerschool": 60 Studierende hätten sich auf die 25 einst ausgeschriebenen Plätze in Lübeck beworben, erklärt Professor Jost Steinhäuser, Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität zu Lübeck.

Er erklärt das nicht nur mit den hausarztnahen Inhalten, sondern auch dadurch, dass die Teilnehmer möglichst viel in Kleingruppen von erfahrenen Dozenten betreut werden: Das erlaube einen "sehr engen Kontakt und viel Raum für Gespräche", so Steinhäuser.

Angebote finden Anklang

Gerade die Gespräche am Rande seien es, die wichtige Fragen rund um die Niederlassung klären. Denn während es im fünftägigen Intensiv-Seminar vor allem um diagnostische und therapeutische Inhalte geht, tauchen am Rande oft entscheidende Fragen auf:

"Einige Studierende müssen noch besser informiert werden, dass man in der Niederlassung gut über die Runden kommen kann", beobachtet Steinhäuser. "Wir versuchen, verstärkt auch auf die Vorzüge hinzuweisen, die vielen nicht bekannt sind."

Dass die beiden Nachwuchsförderungs-Programme "Summerschool" und Nachwuchsakademie helfen können, den hausärztlichen Nachwuchs zu sichern, davon ist DEGAM-Präsident Professor Ferdinand Gerlach überzeugt. "Die Angebote an besonders interessierte Studierende wie die alljährliche Summerschool und die Nachwuchsakademie finden erfreulich viel Anklang", sagte er der "Ärzte Zeitung".

"Viele Studierende erkennen, dass die Allgemeinmedizin ein tolles Fach nah am Menschen ist, das ihnen außerdem vielfältige Möglichkeiten für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »
Serie: Wegweiser Weiterbildung