Ärzte Zeitung, 22.04.2008

Studie: Weniger Behandlungsfehler als gedacht

MÜNSTER (iss). Die Zahl der Behandlungsfehler und der durch sie verursachten Todesfälle in deutschen Krankenhäusern ist offensichtlich deutlich niedriger als häufig angenommen.

Nach einer Untersuchung des Versicherungsmaklers Ecclesia in fast 250 Kliniken führt rund ein Promille aller Behandlungen zu Schadenersatzansprüchen von Patienten. Nur bei der Hälfte kommt es tatsächlich zu einer Zahlung. Hochgerechnet auf die Bundesrepublik gibt es nach den Ecclesia-Daten bei 17 Millionen Behandlungen im Jahr rund 840 Todesfälle, die auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen sind.

"Es gibt sicher eine hohe Dunkelziffer, viele Patienten erheben keine Ansprüche", sagte Ecclesia-Hauptgeschäftsführer Manfred Klocke bei der Vorstellung der Untersuchung in Münster. Aber für die häufig kolportierte Zahl von 17 000 Todesfällen durch Behandlungsfehler, die von US-amerikanischen Daten auf Deutschland hochgerechnet wurden, fehle jeder Beleg.

"Die Zahlen von Ecclesia decken sich mit unseren Erfahrungen aus der Gutachterkommission", bestätigte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe Dr. Theodor Windhorst.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »