Ärzte Zeitung, 12.06.2008

Skandal um unnötige Eingriffe an Patienten

MAILAND (eb). Ein Skandal um unnötige Operationen an einem Mailänder Krankenhaus erschüttert Italien. In einer Privatklinik waren medizinisch überflüssige und teils tödlich verlaufene Operationen an ahnungslosen Patienten nur des Geldes wegen vorgenommen worden. Das berichtete die italienische Zeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch.

Der Leiter der Klinik "Santa Rita" und 13 weitere Ärzte wurden festgenommen oder unter Hausarrest gestellt. Den Ärzten wird vorgeworfen, unnötig Brüste und Lungenflügel amputiert zu haben. Über diese nutzlosen und teilweise schädlichen Operationen sollen sie von den Krankenversicherungen insgesamt 2,5 Millionen Euro zusätzlich eingenommen haben.

Zwei Beschuldigten werde derzeit Totschlag in mindestens fünf Fällen sowie schwere Körperverletzung in 86 Fällen vorgeworfen, berichten italienische Medien. Die Ärzte verweigerten bisher die Aussage. Die Staatsanwaltschaft werde die Ermittlungen auf weitere zehn Krankenhäuser ausdehnen, so die Berichte weiter. Arbeitsminister Maurizio Sacconi kündigte eine ausgedehnte Kontrolle aller Kliniken an, die mit den Krankenkassen zusammenarbeiten, um weiteren Betrugsfällen nachzugehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »