Ärzte Zeitung, 01.07.2008

RFID-Chips in Klinik kritisch beurteilt

Studie ergibt hohe Rate an Zwischenfällen / Internationale Standards gefordert

AMSTERDAM (hub). RFID-Chips, die kleinen elektronischen Plättchen zur Identifizierung, können im Krankenhaus Probleme bereiten. In einer Studie führte jeder vierte Test zur Fehlfunktion eines medizinischen Gerätes.

RFID-Chips in Klinik kritisch beurteilt.

Foto: Onidji©www.fotolia.de

RFID (radiofrequency identification) ist der Nachfolger der bekannten Strichcodes. Während Strichcodes eingelesen werden müssen, kommunizieren RFID mit geeigneten Empfangsgeräten, entweder aktiv oder nachdem sie angeregt wurden.

In der Studie der niederländischen Forscher wurden beide Arten RFID in einem nicht belegten Zimmer einer Intensivstation je dreimal mit 41 medizinischen Geräten getestet (JAMA 299, 2008, 2884). Die Entfernung war zunächst zwei Meter. Bei Problemen wurde schrittweise die Entfernung erhöht, ohne Probleme bei zwei Metern Entfernung wurde verkürzt.

Bei insgesamt 34 Tests gab es Zwischenfälle im Bereich weniger Zentimeter bis zu mehreren Metern. 22 Fälle wurden als schwer wiegend eingestuft. Darunter waren Fehlfunktionen oder Störungen von Infusionspumpen, externen Schrittmachern, Beatmungsgeräten, Narkosegeräten und Defibrillatoren. Mit passiven RFID, die bei 868 MHz senden, gab es mehr Zwischenfälle als mit aktiven RFID. Diese senden bei 125 kHz.

Die Autoren fordern, vor dem Einsatz von RFID in Kliniken ausgiebige Tests. Außerdem müssten internationale Standards her.

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