Ärzte Zeitung, 11.09.2008

Kommentar

Klare politische Entscheidung nötig

Von Christiane Badenberg

Einen Konflikt, wie er derzeit im bayerischen Miltenberg zwischen Niedergelassenen und der Rhön-Klinikum AG schwelt, wird es künftig vor allem in ländlichen Gebieten noch öfter geben. Die Niedergelassenen sehen ihre Existenz bedroht, weil ein großer Klinikkonzern auch massiv in die ambulante Versorgung investiert. Praxissitze werden aufgekauft und an das klinikeigene Medizinische Versorgungszentrum verlegt.

Die niedergelassenen Ärzte fürchten eine Monopolstellung des Klinikkonzerns und sehen die flächendeckende, wohnortnahe Versorgung noch stärker als bisher bedroht. Und ihre Ängste sind durchaus nachvollziehbar.

Fest steht: Sollen solche Konflikte künftig vermieden werden und sollen Ärzte auch auf dem Land dauerhaft freiberuflich arbeiten können, muss es eine klare politische Entscheidung zu ihren Gunsten geben.

Geschieht das nicht, wird bewusst in Kauf genommen, dass Klinikkonzerne eine Monopolstellung erreichen und die Versorgung vor Ort so organisieren können, wie es ihren Vorstellungen entspricht. Die müssen sich nicht mit den Interessen der Menschen vor Ort decken.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Konflikt, für den keine Lösung in Sicht ist
Niedergelassene sehen Existenz durch Klinikkonzern bedroht

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