Ärzte Zeitung, 30.09.2008

Hotelfachkräfte entlasten Pfleger im Uniklinikum

HEIDELBERG (mm). Seit wenigen Wochen entlasten Hotelfachkräfte das Pflegepersonal am Universitätsklinikum Heidelberg mit Erfolg. Nun soll das bisherige Pilotprojekt "Serviceassistent" ausgebaut werden.

Die Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg am Universitätsklinikum bietet ab sofort eine spezielle Qualifizierungsmaßnahme für Serviceassistenten an: 18 gelernte Hotelfachkräfte und Versorgungsassistenten, die bereits am Klinikum in patientenfernen Bereichen arbeiten, werden derzeit im Service für Patienten geschult. Zu ihrer Ausbildung gehören ein Kommunikationstraining, Patientenbegleitung, pflegerische Assistenzaufgaben und das Erlernen von Notfallmaßnahmen.

Aufgabe der Serviceassistenten ist es, Essen und Getränke zu servieren, Speise-Bestellungen entgegen zu nehmen, Geschirr abzuräumen und Botengänge für Patienten zu übernehmen. "Ziel ist es, dass sich die Pflegekräfte wieder auf ihre Kernarbeit, die Krankenpflege, konzentrieren können", sagte Edgar Reisch, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Heidelberg. Grundsätzlich würden Serviceassistenten weniger verdienen als Pflegekräfte.

"Wir wollen aber keine Pflegekräfte ersetzen, sondern sie im Rahmen einer sinnvollen Aufgabenverteilung entlasten", betont er. Nachwuchssorgen braucht sich Reisch keine zu machen. Bereits auf die erste Stellenausschreibung zum Serviceassistenten bewarben sich mehr als 40 Fachkräfte aus der Hotelbranche.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »