Ärzte Zeitung online, 30.10.2008

Größte Kliniktransaktion des Jahres - Hameln-Pyrmont gibt Sana den Zuschlag

HAMELN (ava). Die Sana Kliniken übernehmen 49 Prozent der Gesundheitseinrichtungen Hameln-Pyrmont. In dem Privatisierungsverfahren setzte sich der private Krankenhauskonzern aus München gegen die Konkurrenten Helios Kliniken und Rhön-Klinikum durch.

Nach dem Landrat, dem Klinikbetriebsrat und den Chefärzten stimmte jetzt auch der Kreistag Hameln-Pyrmont mit breiter Mehrheit für die Sana Kliniken AG. Damit ist die Beteiligung des privaten Klinikbetreibers mit 49 Prozent an den Gesundheitseinrichtungen Hameln-Pyrmont beschlossen. In einem zweiten Schritt kann Sana über eine Call-Option 2010 weitere zwei Prozent erwerben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Gesundheitseinrichtungen Hameln-Pyrmont bestehen aus einer Klinik an zwei Standorten in Hameln mit insgesamt 443 Betten und einer Senioreneinrichtung. Sie beschäftigen 1 100 Mitarbeiter und haben einen Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro.

Bisheriger Schwerpunkt des Hamelner Krankenhauses ist der Bereich Kardiologie (5000 stationäre Fälle pro Jahr). Sana verstärkt damit seinen Schwerpunkt Herzmedizin weiter. In den Herz-Zentren des Unternehmens werden zehn Prozent aller herzchirurgischen Eingriffe sowie 27 Prozent aller Herz- und Herz-Lungentransplantationen in Deutschland durchgeführt.

Die Sana Kliniken verfügen über insgesamt 19 kardiologische Fachabteilungen, daneben gibt es vier Herzzentren mit angeschlossener Kinder-Kardiologie und Kinder-Herzchirurgie. Der künftige Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Philippi unterstrich, dass das Krankenhaus auch in den Bereichen Onkologie, Gastroenterologie und Urologie gut aufgestellt sei. Interessante Wachstumspotenziale böten die Endoprothetik und Gefäßchirurgie.

Zu dem Gesamtpaket für die Übernahme der Anteile und der damit verbundenen operativen Verantwortung gehört eine fünfjährige Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter und die Zusage Sanas, 70 Stellen im Landkreis neu zu schaffen. Die jüngste Beteiligung von Sana ist die bislang größte Kliniktransaktion in diesem Jahr. Ungewöhnlich an dem Verkauf ist die Call-Option. Sana ist schon in der Vergangenheit ähnliche Minderheitsbeteiligungen eingegangen.

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