Ärzte Zeitung online, 24.11.2008

40 000 Patienten pro Jahr gehen in Deutschland gegen Ärzte vor

BERLIN (dpa). In deutschen Krankenhäusern kommen pro Jahr bis zu 560 000 Fehler bei Behandlung und Pflege vor - bei insgesamt 17 Millionen Behandlungsfällen. Das schätzt das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Fehler, vermeidbare Infektionen und unerwünschte Arznei-Nebenwirkungen führen im Krankenhaus nach Schätzungen zu mehr als 5000 Todesfällen im Jahr.

Zwar verläuft der Großteil der Klinikbehandlungen und der 400 Millionen Kontakte zwischen niedergelassenen Ärzten und Patienten nach den Regeln ärztlicher Kunst. Aber schätzungsweise 40 000 Patienten gehen im Jahr gegen ihre Ärzte vor. 7049 Gutachten schrieben die zuständigen Stellen der Ärztekammern zu Beschwerden. In 1717 Fällen erkannten die Gutachter auf Kunstfehler und Anspruch auf Schadenersatz. Verbraucherschützer gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die meisten festgestellten Fehler gab es bei der Behandlung von Knochenbrüchen, von Hüft- und Kniegelenkverschleiß und von Brustkrebs. Auch entzündete Blinddärme würden wegen der schwierigen Diagnose nach wie vor regelmäßig zu spät operiert.

www.norddeutsche-schlichtungsstelle.de

www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »