Ärzte Zeitung online, 01.12.2008

IT in Kliniken : Schwachpunkte sind die Schnittstellen

BERLIN (ava). In fast jedem deutschen Krankenhaus über 200 Betten sind ein oder mehrere Systeme von Mitgliedern des Verbandes der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen VHitG installiert. Das ergab eine Marktevaluation des Vereins im Jahr 2008.

Erstmals hat der Verband eine vollständige Marktanalyse der tatsächlich installierten Systeme in den Krankenhäusern organisiert und gleichzeitig nach einer Beurteilung des Nutzens von IT durch die Anwender gefragt.

Für die Erhebung der Marktzahlen wurde unter den VHitG-Mitgliedsunternehmen die Zahl der 2007 installierten Produkte in allen 2093 deutschen Krankenhäusern erhoben. An der Online-Befragung nahmen 480 Personen (106 kaufmännische, 167 medizinische und 206 IT-Leiter) teil. Das VHitG-Branchenbarometer wurde von zwei unabhängigen Organisationen wissenschaftlich begleitet: Der Technischen Universität München und der consultic GmbH.

Private Kliniken haben nicht mehr IT als öffentliche

Eines der Ergebnisse: Je größer ein Krankenhaus, desto mehr IT kommt zum Einsatz. Erstaunlich jedoch: der Durchdringungsgrad von IT ist im medizinischen Bereich größer als in den klassischen "administrativen" Abteilungen.

Wer vermutet, dass private Kliniken über mehr IT verfügen als öffentlich rechtliche, wird bei der Analyse enttäuscht. Bei dem Vergleich haben öffentliche, privatrechtlich organisierte sowie freigemeinnützige Häuser den höchsten Grad an IT im Einsatz. Schlusslichter bilden private Krankenhäuser. Entscheidender als die Trägerschaft ist für die IT-Ausstattung die Bettenzahl des Krankenhauses.

Bemängelt werden die fehlenden Schnittstellen

Bemängelt werden von allen Befragten die fehlenden Schnittstellen zwischen den Systemen und die schlechte Vernetzung nach außen. IT-Leiter bemängeln vor allem das fehlende Budget für ihr Resort.

Der VHitG repräsentiert die Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen, deren Produkte in über 90 Prozent der deutschen Kliniken sowie in je über 20 Prozent der Arztpraxen und Apotheken eingesetzt werden. Dies sind unter anderem klinische und administrative Informations-Systeme, Archivlösungen, Kommunikationslösungen, Systeme für Apotheken und Materialwirtschaften, Laboratorien, Radiologien und weitere Fachrichtungen sowie Lösungen zum Aufbau einer sektorübergreifenden Kommunikation.

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