Ärzte Zeitung online, 02.01.2009

Tod in Klinik-Toilette: Experten suchen nach Medikamentenspuren

ERFURT/WEIMAR (dpa). Nach dem Tod einer jungen Frau, die tagelang unbemerkt in einer Weimarer Klinik-Toilette lag (wir berichteten), suchen Ermittler nach Medikamentenspuren im Körper der Patientin. Im Rucksack der 20-Jährigen seien mehrere Medikamenten-Packungen gefunden worden, darunter eine leere, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt. Nach der vorläufigen Obduktion hatten die Ermittler eine Alkoholvergiftung als Todesursache vermutet.

Genaue medizinische Ergebnisse sollen in etwa zwei Wochen vorliegen. Die Patientin der Weimarer Psychiatrie war am 22. Dezember von einem abgesprochenen kurzen Ausgang nicht zurückgekommen. In der Nacht zum Dienstag war sie tot auf der Toilette entdeckt worden.

Ein Wachmann hatte bei einem Kontrollgang drei Tage zuvor zwar bemerkt, dass die Tür verschlossen war, sie aber nicht geöffnet. Die Toilette liegt in einem Übergang zwischen Notaufnahme und Psychiatrie, wo die Frau in einer Wohngruppe lebte. Da diese Behindertentoilette für Männer nach Klinikangaben in einem nicht so stark frequentierten Bereich liege, werde sie auch nicht so häufig gereinigt.

Die aus Erfurt stammende Schülerin sei seit Oktober stationär in der Klinik gewesen, sagte der Kliniksprecher. Zuvor habe sie die Klinik bereits einmal aufgesucht, sagte er ohne nähere Angaben zur Erkrankung. Der Polizei sei die 20-Jährige bisher nicht bekannt gewesen, teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. Die Obduktion hatte ein Gewaltverbrechen und einen natürlichen Tod durch eine Erkrankung ausgeschlossen. Der genaue Todeszeitpunkt lasse sich nicht mehr feststellen, da die Frau mehrere Tage lang tot in der Toilette gelegen habe. Zu den Medikamenten konnte die Staatsanwaltschaft zunächst keine weiteren Angaben machen.

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