Ärzte Zeitung, 29.04.2009

Startschuss für neue Ära in Witten/Herdecke

Neueröffnung der bundesweit ersten Ausbildungsstation für Medizinstudenten im praktischen Jahr

WITTEN/HERDECKE (acg). An diesem Donnerstag eröffnet die Universität Witten/Herdecke und das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke die nach eigenen Angaben bundesweit erste Ausbildungsstation für Medizinstudenten im praktischen Jahr.

An der Lehrklinik sollen die Studierenden unter ärztlicher Aufsicht vier Monate lang etwa zehn Patienten möglichst eigenständig betreuen. Diese werden vor Behandlungsbeginn schriftlich informiert und müssen ihr Einverständnis geben. Das Projekt in der Herdecker Klinik ergänzt die praxisnahe Ausbildung von Medizinstudenten. "Die Studenten lernen, am Krankenbett Verantwortung zu übernehmen und fundierte Entscheidungen zu treffen", so Internist Dr. Christian Scheffer, der für das Projekt verantwortlich ist.

Die Studenten begleiten die Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung. Hilfe bekommen sie dabei von einem Lehrarzt, der mit ihnen Studienvisiten vornimmt, themenbezogenen Unterricht anbietet und die angehenden Mediziner in ihrer Arbeit korrigiert. Mit diesem Arzt besprechen sie auch das diagnostische und therapeutische Vorgehen und diskutieren Befunde wie EKG und Röntgenbilder. Neben den wöchentlichen Lehrvisiten besuchen sie täglich ihre Patienten und besprechen mit dem Oberarzt den aktuellen Stand der Behandlung.

Das neue Angebot ist für Studierende, die Anthroposophische Medizin als Begleitstudium belegt haben. Dies ist ein frei wählbarer Studienschwerpunkt, der in das medizinische Hauptstudium integriert ist und sechs Jahre dauert. Schulmedizin wird dabei mit anthroposophischen Heilmethoden verknüpft.

Die Arbeitsgruppe "Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin" hat die Lehrstation entwickelt und zusammen mit dem Dekanat der Medizinischen Fakultät und der Abteilung für Innere Medizin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke aufgebaut. "Mit solchen Modellen wollen wir Motor für ein besseres und patientennahes Studium sein", so Professor Susanne Schwalen, Dekanin der Medizinischen Fakultät.

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