Ärzte Zeitung online, 07.05.2009

Ein interner Beschwerdebrief sorgt im Hamburger UKE für Aufregung

HAMBURG (ava). Ein der Öffentlichkeit zugespielter interner Brief von Chefärzten des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) über Missstände in dem vor drei Monaten eröffneten Neubau haben dieser Tage für Aufregung gesorgt.

In ihrer Mittwochsausgabe veröffentlichte das Hamburger Abendblatt Auszüge aus einem Brief, den mehr als zwei Dutzend Ärztliche Leiter und ihre Stellvertreter an den Ärztlichen Direktor des UKE, Professor Jörg Debatin geschrieben haben. Darin beschwerten sie sich darüber, dass Operationen und Bettenbelegung schlecht koordiniert worden seien. Außerdem müssten Ärzte und Pflegepersonal zu viel Zeit für die neue Computersoftware aufwenden. Zudem sei es wegen des großen Patientenandrangs gleich nach dem Umzug in das neue Klinikgebäude zu Überlastungen gekommen. Nach Angaben der Zeitung kritisierten die Ärztlichen Leiter, dass in der zentralen Notfallaufnahme keine Notfall-Laparotomie und Notfall-Thorakotomie-Siebe seien. Das habe "eine unmittelbare Gefährdung der Patienten zur Folge" gehabt, zitiert das Blatt die Ärzte.

Kurz nach Bekanntwerden des Briefes legte das UKE am Mittwoch ein Statement vor, das von eben den Ärzten unterzeichnet war, aus deren Brief am Tag zuvor im Hamburger Abendblatt zitiert wurde. Laut Angaben von "Welt online" ist danach "die Patientenversorgung im neuen UKE sicher". Eine Patientengefährdung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Die Versorgung verlaufe geordnet. "Von chaotischen und anarchischen Zuständen kann keine Rede sein." Weiter zitiert "Welt online" aus dem Statement: "In Anbetracht des sehr erfreulichen, in der Dimension allerdings unerwarteten Ansturms der Patienten wird das UKE seine Personal-, Raum- und OP-Kapazitäten kurzfristig weiter ausbauen."

Der Ärztliche Direktor des UKE, Debatin, erklärte "Welt online" zufolge den internen Brief mit Stress durch den Umzug in das neue Klinikum und durch den unerwartet hohen Patientenansturm. So seien in den vergangenen Wochen 15 Prozent mehr Notfälle ins Klinikum gekommen, daraus haben sich 68 Prozent mehr Aufnahmen von schwer kranken Patienten ergeben. Das Bekanntwerden des Briefes bezeichnete Debatin den Angaben zufolge als "internes Kommunikationsproblem".

Topics
Schlagworte
Klinik-Management (11022)
Organisationen
UKE (733)
Personen
Jörg Debatin (56)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Abstimmung über Trumps Gesundheitsreform verschoben

Die Republikaner haben nicht genügend Stimmen für die Abschaffung von "Obamacare" zusammen, verschieben die Abstimmung im Kongress. Trump muss warten - das kann ihm nicht schmecken. Aber das Weiße Haus macht Druck. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »