Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Kommentar

Nett sein allein reicht nicht mehr

Von Thomas Hommel

Etwa 80 Prozent aller Patienten, so eine Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey, folgt dem Ratschlag des Arztes, wenn es um die Wahl einer Klinik geht. Der Arzt ist demnach der wichtigste Gatekeeper für die Kliniken.

Viele Krankenhäuser haben darauf reagiert und ihr Marketing gegenüber dem Einweiser Arzt professionalisiert. Einfach nur nett sein, das reicht eben nicht mehr aus. Und die Kopfpauschale für jeden vom Arzt eingewiesenen Patient wird zwar hier und da noch gezahlt, ist aber klar illegal.

Erfolgversprechender und absolut legitim ist da die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen durch Schaffung gemeinsamer Schnittstellen. Telemedizinportale, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen besitzen für beide Seiten einen hohen Mehrwert - vorausgesetzt, diese und andere Instrumente des Einweiser-Managements werden gemeinsam entwickelt.

Sorge bereitet vielen niedergelassenen Ärzten, dass immer mehr große Klinikketten eigene MVZ aufbauen, die ihnen dann de facto als billige Einweiserbuden dienen. Hier müssen die Ärzte wohl darauf vertrauen, dass der Patient den Braten riecht und dieser unschönen Art der Patientensteuerung einen Riegel vorschiebt.

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Wie Kliniken um Patientenbringer buhlen

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