Ärzte Zeitung online, 07.07.2009

Mehr Innovation im Krankenhaus nötig und möglich

BERLIN (eb). Nur wenige Krankenhäuser gehen Innovationen wie neuartige Versorgungsangebote oder Dienstleistungen systematisch und zielgerichtet an. Darauf weist Professor Carsten Schultz von der TU Berlin hin. Gemeinsam mit Professor Sören Salomo von der Technischen Universität Kopenhagen (DTU) hat er die Erfolgsfaktoren für Veränderungen in Kliniken erforscht.

"Innovationsmanagement im Krankenhaus", lautet der Titel der Studie, an der 108 Krankenhäuser teilgenommen haben. Befragt wurden jeweils der ärztliche, der kaufmännische und der pflegerische Leiter des Krankenhauses beispielsweise danach, wie sie die Innovationsfähigkeit des Hauses einschätzen. Darüber hinaus wurden Betriebsergebnisse und der Umsetzungsgrad von Neuerungen untersucht.

Nur ein gutes Drittel aller Kliniken (37 Prozent) zeigt der Studie nach eine hoch entwickelte Innovationskompetenz. In den restlichen Häusern scheint es noch häufig an Initiative zu mangeln. Der Austausch zwischen Ärzten und Pflege sowie dem kaufmännischen Bereich erscheint schwach. Auch existieren meist weder klare Prozesse zur Durchführung von Innovationen noch ein systematisches Controlling.

Die erfolgreichsten zwölf Kliniken wurden als Vergleichsmaßstab (Benchmark) ausgewählt und analysiert. Zu den "Top 10"-Erfolgsfaktoren zählt vor allem eine klare Krankenhausstrategie, die alle im Haus mittragen und mit konkreten Innovationszielen verbinden. Bei einer "Innovationskultur" sind Kreativität und Lernen der Beschäftigten gewollt und werden gefördert. Darüber hinaus verfügen erfolgreiche Krankenhäuser auch zumeist über eine Stelle, die für Neuerungen zuständig ist.

Anhand der Bestauswahl erhielten alle befragten Häuser ein differenziertes Feedback über ihre Stärken und Schwachstellen. "An den Vergleichswerten können die Kliniken erkennen, wo sie Handlungsbedarf haben und ihre Angebote und Prozesse optimieren können", erläutert Projektleiter Schultz.

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