Ärzte Zeitung, 03.09.2009

Brauchen Krankenhäuser Krankenkassen?

Diskussion über Direktverträge mit Patienten / Gesundheitswirtschaftskongress

HAMBURG (mbmed). Wie wäre es, wenn Patienten direkt mit einem Krankenhaus Versicherungen abschließen könnten? Diese - derzeit mit dem Gesetz nicht zu vereinbarende - Regelung war eines der Themen des Gesundheitswirtschaftskongresses in Hamburg.

"Patienten müssen die Möglichkeit haben, ein Krankenhaus frei wählen zu können", forderte Dr. Johannes Vöcking, Vorstandsvorsitzender der Barmer Ersatzkasse bei einer Diskussionsveranstaltung des Kongresses. "Mit einer Versicherung bei einer Klinik würden sie sich jedoch an ein Haus binden."

Solche sektorenübergreifenden Versorgungsmodelle bedürften neuer Formen der Zusammenarbeit, so Holger Strehlau, Sprecher der Geschäftsführung der HSK Rhein-Main GmbH in Wiesbaden und Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft. "Weder Krankenhäuser noch Krankenkassen allein haben die Kompetenz, zu den lokalen Märkten durchzudringen, um Versorgungsnetze aufzubauen."

Hier könnten die Institutionen zusammenarbeiten: "Präventionsprogramme stellen den Einstieg dar, echte IV-Verträge die zweite Stufe, Capitation-Modelle für chronisch-kranke Patienten sind die Zukunft und Managed-Care ist die hohe Schule der Versorgungsmodelle", sagte Stehlau in Hamburg. Die Zusammenarbeit zwischen den Krankenkassen und Krankenhäusern könne zu einer Verschmelzung führen.

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