Ärzte Zeitung online, 04.12.2009

Rhön will Uni-Kliniken zukaufen

NEUSTADT/SAALE (ava). Der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum möchte noch weitere Universitätskliniken übernehmen. Der Weg zur Privatisierung sei bei einigen Universitätskrankenhäusern nicht mehr weit, sagte Rhön-Vorstandschef Wolfgang Pföhler in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau (FR) (Freitagsausgabe). "Und es gibt sicherlich nicht viele private Betreiber, die ein Universitätsklinikum führen können," so Pföhler weiter.

Der Klinik-Konzern hatte im August neue Aktien ausgegeben und damit 460 Millionen Euro eingesammelt, die für die sich abzeichnende Privatisierungswelle ab dem kommenden Jahr gedacht waren. Die Kaufkraft des Konzerns hat sich, so Pföhler in der FR, damit auf eine Milliarde Euro erhöht.

Diese Kapitalerhöhung mache deutlich, so Pföhler, dass die Rhön-Kliniken - anders als öffentliche Kliniken - Zugang zum Kapitalmarkt haben. Außerdem betreibe Rhön Kliniken wirtschaftlicher als die öffentliche Konkurrenz: "Wir kaufen beispielsweise medizinische Geräte, Betten oder Arzneimittel nicht für ein Haus ein, sondern für einen Verbund von 48 Kliniken. Deshalb bekommen wir bessere Konditionen."

Pföhler: Es gibt keinen Preiswettbewerb

Kritisch äußerte sich Pföhler zu Überlegungen im Koalitionsvertrag der neuen Regierung, das Kartellrecht zu überprüfen. Er bemängelte, dass derzeit ohne Preiswettbewerb kein wirklicher Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern möglich sei. Der Preis sei jedoch durch die Fallpauschalen vorgeschrieben. Pföhler weiter: "Da gibt es noch viel Diskussionsbedarf."

Zur Rhön-Gruppe gehören inzwischen bundesweit 48 Kliniken an 37 Standorten, darunter auch das Universitätsklinikum Gießen-Marburg. Zuletzt hatte Rhön angekündigt, sich mit 94 Prozent an der Betriebsgesellschaft Medigreif für Krankenhäuser und integrative Gesundheitszentren in Sachsen Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu beteiligen. Das letzte Wort hat hier noch das Kartellamt.

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Klinikmarkt: Eins zu Null für die Privaten

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