Ärzte Zeitung online, 04.01.2010

Initiative Qualitätsmedizin hat schon mehr als 100 teilnehmende Kliniken

MÜNCHEN (sto). Der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), die 2008 von 14 Krankenhausträgern gegründet wurde, haben sich inzwischen bundesweit 114 Krankenhäuser angeschlossen. Mit dabei ist auch das Klinikum der Universität München, das 2009 zu den Gründungsmitgliedern hinzugekommen ist.

Ziel der Initiative sei es, ein System zu etablieren, das es ermöglicht, von den Besten eines Fachgebietes zu lernen, erklärte Professor Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor des Klinikums der Uni München, bei einem Presseworkshop. Dazu wird das Ergebnis der Behandlung in einzelnen Bereichen miteinander verglichen. Grundlage dafür sind die Routinedaten der Kliniken sowie Vergleichszahlen des Statistischen Bundesamtes oder der BQS. Schwachstellen sollen so rasch erkennbar werden. Die Helios Kliniken, die zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehören, arbeiten bereits seit dem Jahr 2000 mit dem System, das als weitgehend manipulationsresistent gilt.

Erste Ergebnisse bei 30 Krankheitsbildern mit insgesamt 140 Kennzahlen zeigen, dass das Münchner Uni-Klinikum im Jahr 2008 beispielsweise bei den Todesfällen mit der Hauptdiagnose Herzinfarkt besser als der Bundesdurchschnitt war, während die Werte bei den Todesfällen mit der Hauptdiagnose Schlaganfall schlechter ausfielen, berichtete der Leiter des Medizinischen Controllings, Dr. Hans-Joachim Eißner. Jetzt gehe es darum, die Ursachen für die Unterschiede aufzudecken, um so Verbesserungen zu erreichen.

Die medizinischen Qualitätsergebnisse sollen künftig auf einer gemeinsamen Internetplattform veröffentlicht werden, teilte die Leiterin des Fachausschusses Peer Review in der IQM-Initiative, Dr. Oda Rink, mit. IQM gehe über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und biete zusätzliche Informationen über Mortalität, Komplikationsraten und angewandte Verfahren, hieß es. Patienten und niedergelassene Ärzte seien damit besser in der Lage, die Leistungen von Krankenhäusern zu beurteilen.

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