Ärzte Zeitung online, 28.01.2010

Klinik-IT-Abteilungen sind für die Datenflut der Zukunft schlecht gerüstet

NEU-ISENBURG (ava). Die IT-Abteilungen kleiner und mittlerer Kliniken in Deutschland sind für die Datenflut der Zukunft schlecht gerüstet. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Industrie-Organisation Healthcare Information and Management Systems (HIMSS) im Auftrag des Computerherstellers Dell durchgeführt hat.

Klinik-IT-Chefs in Deutschland verfügen im Durchschnitt über weniger Server als ihre Kollegen in den USA, Groß-Britannien, Kanada, China und Frankreich und wechseln sie häufiger aus. Fast die Hälfte erneuert ihre Server alle drei bis vier Jahre (im Gegensatz zu fünf oder mehr Jahren in den anderen Ländern).

Nach Ansicht des Computerherstellers Dell ist es für die Klinik-IT-Abteilungen jedoch wenig hilfreich, weitere Server und Speicherkapazitäten im Krankenhaus zu installieren. Denn: Die Datenflut wird in den Kliniken zunehmen und der Bedarf an Speicherkapazitäten durch die elektronische Patientenakte und hochauflösendes Bildmaterial immens wachsen. Nach Ansicht von Dell-Sprecher Hans Solgaard werden die IT-Abteilungen in kleinen und mittleren Krankenhäuser daher besser fahren, wenn sie die Virtualisierung der Patientendaten vorantreiben.

Für die Studie wurden IT-Verantwortliche von 202 Krankenhäusern mit 100 bis 400 Betten aus sechs Ländern befragt, darunter auch 15 aus Deutschland.

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[03.02.2010, 23:34:48]
Uwe Schneider 
Patientendaten irgendwo im Internet?
Virtualisierung wird auch als Cloud Computing bezeichnet, was sich in etwa mit "Rechnen in der Wolke" übersetzen lässt. Wobei die "Wolke" hier nicht für dedizierte (durch das Krankenhaus bestimmte) Server im Internet steht, sondern für eine Vielzahl von Servern, auf die die Datenhaltung und Rechenvorgänge durch die Virtualisierungssoftware des Anbieters verteilt werden. Das hat technische und wirtschaftliche Vorteile für die effiziente (und ggf. weltweite) Ressourcenauslastung, birgt jedoch Gefahren für Datenschutz und Datensicherheit. Meines Erachtens dürfen bei so sensiblen Daten wie Patientendaten diese Risiken nicht eingegangen werden (man denke nur an § 203 StGB).

Freilich ist auch eine rein lokale Virtualisierung im Krankenhaus oder in einem Rechenzentrum eines Anbieters denkbar, was weniger riskant ist (wobei letzteres auch schon kritisch wäre). Das ist aber nicht das neue Geschäftsmodell, welches weltweite Anbieter wie Dell auftun wollen.

Bevor jetzt wieder das Geschrei gegen die Gesundheitskarte losgeht: die Telematikinfrastruktur kann man sich zwar als verteilte Serverlandschaft vorstellen, in der allerdings jeder Dienst einem dedizierten Server zugewiesen sein muss, also keine - jedenfalls keine Rechenzentrums-übergreifende - Virtualisierung stattfindet. zum Beitrag »
[30.01.2010, 18:45:43]
Colette Anselmo 
Voreilhaft
Eine gut organisierte IT-Landschaft auch in mittleren und kleinen Unternehmungen bringt Übersicht in den cash-flow, die Arbeitsablauforganisation , die Personalplanung, Hilfsmittelplanung usw. und das wichtigste die Patienplanung(Krankengeschichte, Medikamentation, durchschnittliche Liegedauer usw.) Die von den Herstellern zur Verfügung gestellten Analysewerkzeuge zeigen Gewinnchancen und organsatorische Schwachpunkte auf. Vorteilhaft ist eine gut besetzte IT-Abteilung und ein ausreichendes Budget. Je nach zu behandelnden Zielgruppen können mit Zusatzfunktionen die Seitens der Softwarehäuser angeboten werden können gezielt Patienten/Kundengruppen angesprochen werden (CRM-Software). Vorteilhaft ist das IT fast grenzenlos ist. Der ROI (return on investment)gibt den Budgetverantwortlichen die notwendige
Argumentation an die Hand. Abschliessend sollte
man in wirtschaftlich schlechten Zeiten die erhöhte Bereitschaft der Berater nutzen intensiv über die Vorteile einer gut funktionierenden IT-Landschaft informiert zu werden. zum Beitrag »

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