Ärzte Zeitung, 24.06.2010

Leihkräfte müssen in der Pflege einspringen

Heime und Krankenhäuser zunehmend auf Zeitarbeitsunternehmen angewiesen

DÜSSELDORF (pei). Kliniken und Pflegeheime greifen immer mehr auf Leiharbeit zurück. Nach Angaben der Hans-Böckler-Stiftung sind mit derzeit 19 000 Pflegekräften fünfmal so viele auf Zeitarbeitsbasis beschäftigt wie noch 2004.

Leihkräfte müssen in der Pflege einspringen

Die Patienten müssen versorgt werden - notfalls durch Zeitarbeitnehmer.

© images.de

Allerdings ist der Anteil der Leiharbeitnehmer im Vergleich zur Gesamtzahl der Pflegekräfte - rund 1,3 Millionen - relativ niedrig, wie das Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik (IAT) im Auftrag der Stiftung ermittelt hat. Von 1996 bis 2006 seien in der Pflege rund 46 000 Vollzeitstellen abgebaut worden, bei steigendem Arbeitsaufwand pro Patient und etwa gleich bleibender Patientenzahl.

Aus Befragungen bei Krankenhäusern, Pflegediensten und Pflegeheimen ergibt sich der Studie zufolge, dass Leihkräfte vor allem wegen der sehr dünnen Personaldecke engagiert würden: "Schon einzelne krankheitsbedingte Ausfälle bringen die Personalplaner regelmäßig in Bedrängnis." Oft bleibe ihnen nur, auf Beschäftigte anderer Stationen zurückzugreifen, und wenn auch das nicht möglich sei, seien Zeitarbeitskräfte die letzte Abhilfe. In einigen Einrichtungen gehe der Bedarf jedoch über kurzfristige Notfälle hinaus. Manchmal würden Leihkräfte eingesetzt, damit das Stammpersonal überhaupt Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen könne.

Ein anderes Motiv bestehe darin, Personalkosten zu sparen. Die Löhne der Zeitarbeitsunternehmen für Kranken- oder Altenpfleger seien zumindest bei Berufsanfängern nicht wesentlich niedriger als reguläre Tarifentgelte. Trotzdem seien die Leihkräfte oft billiger, weil sie nur für die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt würden, nicht aber bei Krankheit oder wenn kein Bedarf bestehe.

Die meisten Stellenangebote der Zeitarbeitsunternehmen richten sich an Fachkräfte. Fast 80 Prozent der Leiharbeitskräfte sind Frauen.

[25.03.2011, 18:01:24]
Kathrin Müller 
Pflegenotstand
Wann lernen Pflegeanbieter endlich, dass es für das Wohl der Patienten und der Mitarbeiter besser ist, auf Kontinuität zu setzen?
Der Krankenstand wird mit der zeit sinken und die Fehlzeiten werdne sich verringern. Nur in einem partnerschaftlichen Dialog und wenn man alle Akteure ernst nimmt kann das Problem der immer weniger zur Verfügung stehenden Pflegekräfte klären.
Zufrieden Kunden und dazu gehören eben auch die Pflegekräfte sichern das wirtschaftliche Überleben auf lange Sicht.
Vielleicht ist es manchmal besser in bestehende Strukturen zu investieren als immer nur auf die Rendite zu schauen. Pflegekräfte wie auch Bewohner /Patienten werden es langfristig danken!
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