Ärzte Zeitung online, 02.08.2010

Navigationssystem soll Sicherheit bei Kniegelenk-Op erhöhen

BRAMSCHE (maw). In Deutschland werden jährlich über 150 000 Knieprothesen implantiert. Um die Lebensdauer der implantierten Kunstgelenke zu erhöhen und die Kniegelenk-Operation zu präzisieren, wird jetzt in den Niels-Stensen-Kliniken Bramsche nach eigenen Angaben ein Navigationssystem für die Implantation von Kniegelenks-Totalendoprothesen eingesetzt.

"Bei einer Knieoperation nimmt der Computer dem Arzt die Entscheidungen allerdings nicht ab", erläutert der Operateur Dr. Hans-Christian Freytag. Das Knienavigationsgerät sei in dieser Hinsicht mit einem Navigationsgerät im Auto vergleichbar. Man sollte sich nicht allein auf die Technik verlassen. Der große Vorteil des Gerätes sei jedoch, dass es bei der Operation die Ausrichtung der Prothesen-Komponenten verbessern kann.

Bei dem computernavigierten Verfahren werden, so Freytag, zu Beginn der Operation mit dem so genannten "Pointer" anatomisch wichtige Punkte am Bein des Patienten abgelesen. Der Computer errechnet aus diesen individuellen Daten eine virtuelle, dreidimensionale Rekonstruktion. Der Arzt erhält so ein deutliches Bild von der Anatomie des Patienten und kann das Kunstgelenk korrekt am Knochen des Patienten ausrichten.

Das Ergebnis sei ein Implantat, das passgenau sitzt. Die Methode eigne sich gerade auch bei komplexeren Krankheitsfällen, etwa für Patienten mit stark zerstörten Gelenken.

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