Ärzte Zeitung online, 06.11.2010

MB-Chef Henke wiedergewählt

BERLIN (chb). Rudolf Henke ist in seinem Amt als Vorsitzender des Marburger Bundes bestätigt worden. Henke erhielt bei der 118. Hauptversammlung der Ärztegewerkschaft am Samstag in Berlin 153 von 194 abgegebenen Stimmen.

MB-Chef Henke wiedergewählt

Wiedergwählt: MB-Chef Rudolf Henke am Samstag auf der MB-Hauptversammlung.

© dpa

29 Delegierte stimmten gegen ihn, 12 Stimmen waren ungültig. Henke, der vor drei Jahren die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Dr. Frank Ulrich Montgomery angetreten hatte und für die CDU im Bundestag sitzt, dankte den Delegierten "für das ehrliche Ergebnis".

Ein etwas besseres Wahlergebnis erzielte Henkes Stellvertreter Dr. Andreas Botzlar. Auf den Münchner Chirurgen entfielen 173 Ja- und 16 Nein-Stimmen. Fünf der 194 abgegebenen Stimmzettel waren ungültig.

Für die kommende Amtsperiode kündigte Rudolf Henke an, alle Kraft darauf zu verwenden, dass der Marburger Bund seine tarifpolitische Selbstständigkeit behalte.

Scharf kritisierte er erneut die Gewerkschaft ver.di. Gemeinsam mit den Arbeitgeberverbänden trete sie für ein verfassungswidriges Gesetz zur Festschreibung der Tarifeinheit eintrete, so Henke. Damit wolle sie die gewerkschaftliche Konkurrenz ausschalten.

"Es ist der Gipfel an Heuchelei, wenn sich Herr Bsirske heute für das Recht zum politischen Generalstreik stark macht, aber gleichzeitig für ein Streikverbot von Berufsgewerkschaften eintritt", kritisierte Henke.

Es würden "englische Verhältnisse" heraufbeschworen, um das Streikrecht einzuschränken. Zugleich aber würden politische Streiks, also "französische Verhältnisse", als Kampfziel ausgegeben. "Das ist an Scheinheiligkeit kaum noch zu überbieten", sagte der alte und neue MB-Vorsitzende.

Lesen Sie dazu auch:
Marburger Bund macht Front gegen Tarifeinheit

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