Ärzte Zeitung online, 25.11.2010

Personalmangel: Kliniken schließen OP-Säle

FRANKFURT/MAIN (eb). Wegen des Personalmangels bei spezialisierten Pflegekräften, schließen Kliniken offenbar zunehmend OP-Säle. In vielen Fällen greifen die Häuser nach dem am Mittwoch veröffentlichten "OP-Barometer 2009" auch zu Leistungseinschränkungen oder Überstunden.

Für den Report hat das Zentrum für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Fachhochschule Frankfurt am Main das Personal von mehr als 150 Krankenhäusern mit OP-Abteilungen befragt. Das Team um Professor Thomas Busse interessierte sich dabei vor allem für die Personalsituation unter Operations- und Anästhesie-Pflegekräften.

Von den befragten Kliniken gab ein Viertel (25 Prozent) an, OP-Leistungen wegen des Personalmangels einschränken zu müssen. 30 Prozent der Häuser mussten sogar ihre OP-Säle schließen. In mehr als 60 Prozent versuchten die Krankenhäuser den Mangel mit Überstunden aufzufangen.

Knapp die Hälfte (mehr als 45 Prozent) gab an, große Probleme mit der Besetzung von offenen Stellen in der OP-Pflege zu haben. 30 Prozent der befragten Kliniken können demnach ihre Stellen teilweise bis zu zehn Prozent nicht besetzt.

Professor Busse: "Der OP-Bereich ist der Motor einer jeden chirurgischen Klinik. Wenn dieser stottert, hat dies Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit eines gesamten Krankenhauses." Die Leistungsfähigkeit eines OP hänge nicht nur von den Operateuren und Anästhesisten ab, sondern auch Maße von dem Pflegepersonal.

Die Gründe für die Missstände lägen auch darin, dass die Pflege im OP an Attraktivität verloren habe, erklärt Busse. "In Hinsicht auf Verbesserungsmaßnahmen wurden die Pflegekräfte in den letzten Jahren vernachlässigt, da die Verantwortlichen oftmals eher den ärztlichen Dienst im Blick hatten."

Fachhochschule Frankfurt am Main: OP-Barometer 2009 - Arbeitssituation und Arbeitsumfeld der Funktionspflege im OP-Bereich (PDF-Datei)

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