Ärzte Zeitung online, 16.01.2011

Klinikum Fulda: Zentralsterilisation wird vorübergehend stillgelegt

FULDA (eb). Die Zentralsterilisation des Klinikums Fulda wird vorübergehend stillgelegt. Das hat der Vorstand des Klinikums in Abstimmung mit den Gutachtern und Aufsichtsbehörden vorsorglich entschieden. Derzeit werden nur Notfall-Operationen vorgenommen. In den kommenden Tagen erhält das Klinikum OP-Instrumente aus anderen Krankenhäusern.

Klinikum Fulda: Zentralsterilisation wird vorübergehend stillgelegt

Im Klinikum Fulda (Archivbild) wurden sterilisierte, aber dennoch verunreinigte OP-Bestecke entdeckt. Jetzt wurde die Zentralsterilisation bis auf weiteres stillgelegt.

© dpa

Das berichtet das Klinikum Fulda in einer Pressemitteilung am 15. Januar. Am 14. Januar war bekannt geworden, dass einige sterilisierte OP-Bestecke Verunreinigungen wie Blutreste und Rost aufwiesen (wir berichteten). Solche Verunreinigungen waren selten, aber wiederholt festgestellt worden, wie das Klinikum mitteilt.

Da nach dem Medizinproduktegesetz jeder Operateur verpflichtet, sterilisierte Gegenstände vor Benutzung zu überprüfen, sei nach derzeitigem Kenntnisstand nicht damit zu rechnen, dass Patienten im Klinikum geschädigt worden seien. Bislang ist laut Pressemitteilung auch kein Fall bekannt.

Bereits Ende September waren sterilisierte OP-Instrumente reklamiert worden, da vereinzelt Auflagerungen und Flecken (Blutreste und Flugrost) sichtbar waren. Daraufhin wurden das Reinigungsmittel gewechselt und sämtliche Maschinen in der Zentralsterilisation sowie das gesamte Instrumentarium grundgereinigt, wie das Klinikum schreibt. Die Reinigungs- und Sterilisationsmaschinen wurden technisch überprüft, dabei wurde kein Fehler gefunden.

Außerdem wurde nach Klinik-Angaben zusätzliches Fachpersonal eingesetzt sowie die Reklamationsabläufe erweitert und überwacht. Danach kam es nur noch selten zu Beanstandungen, die im allgemein üblichen Rahmen gelegen hätten.

Im Dezember hatten die Beanstandungen dann wieder zugenommen. In Absprache mit den Aufsichtsbehörden verfügte der Klinikvorstand daraufhin die Zentralsterilisation am 15. Januar stillgelegt.

Zentralsterilisation wird in den kommenden Monaten erneuert

Die komplette Sterilisationsabteilung wird innerhalb der nächsten drei bis vier Monate erneuert. Die geschätzten Kosten betragen rund vier Millionen Euro.

Das Klinikum will mit Unterstützung anderer Krankenhäuser in einigen Tagen den OP-Betrieb wieder aufnehmen. Dazu werden die Unikliniken Gießen und Frankfurt/Main, die Kerkhoff Klinik Bad Nauheim sowie die Klinik Bad Hersfeld OP-Instrumente zur Verfügung stellen, die nach Gebrauch von den jeweiligen Kliniken zurück genommen und in deren Sterilisationsabteilungen wieder aufbereitet werden.

Das Klinikum Fulda prüft auch die Möglichkeit, vorübergehend mit einer mobilen Aufbereitungseinheit zu arbeiten.

Nach den Salmonellen-Ausbrüchen im Sommer 2007 hatte das Klinikum Fulda einen leitenden Hygienearzt eingestellt und Kontrollen verstärkt. Auch dadurch seien die Probleme mit der Aufbereitung der OP-Bestecke frühzeitig aufgefallen. Die Infektionsstatistiken hätten keine außergewöhnlichen Häufungen von Infektionen aufgewiesen.

Zur vollständigen Pressemitteilung des Klinikums Fulda vom 15. Januar

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