Ärzte Zeitung, 09.02.2011

OP-Ausfälle kosten Kasseler Klinik zwei Millionen Euro

Nach den Funden von verunreinigtem OP-Besteck am Klinikum Kassel, könnte dort schon bald wieder der Normalbetrieb anlaufen. Das Klinikum hat Änderungen in der Zentralsterilisation angekündigt. Nun zeigt sich auch das Ausmaß des Schadens: In Kassel rechnet man mit Kosten in Millionenhöhe.

OP-Ausfälle kosten Kasseler Klinik zwei Millionen Euro

Klinikum Kassel: Zwei Millionen Euro kosten für die Checks der verunreinigten OP-Instrumente.

© dpa

KASSEL (kaj). Um mögliche Fehlerquellen bei der Dampfsterilisation von Operationsinstrumenten auszuschließen, will das Klinikum Kassel künftig nur noch Dampf verwenden, den es selbst direkt in seiner Zentralsterilisation erzeugt.

Außerdem solle für alle Spülgänge vollentmineralisiertes Wasser verwendet werden, kündigte der Geschäftsführer des nordhessischen Maximalversorgers, Gerhard Sontheimer, jetzt an.

Das Klinikum steht unter Druck, mögliche Ursachen für Verunreinigungen an OP-Besteck zu beseitigen, nachdem am 1. Februar an einigen Instrumenten Ablagerungen festgestellt worden waren.

Die Zentralsterilisation befindet sich seitdem außer Betrieb. Das Großkrankenhaus strebt an, sie ab Freitag wieder zu nutzen. Das Regierungspräsidium hatte umfangreiche Prüfungen für Anlage und Abläufe gefordert.

Bereits abgeschlossen sind die Checks der Reinigungs- und Sterilisationsautomaten. Die Hersteller hätten bescheinigt, dass diese ordnungsgemäß funktionierten, erklärt das Klinikum.

Testergebnisse für Dampf, Wasser und verwendete Chemikalien stünden hingegen noch aus. Um alle potenziellen Fehlerquellen zu beseitigen, werde aber der gesamte Aufbereitungsprozess umgestellt, so Sontheimer.

Mit Leih- und Einmalinstrumenten können inzwischen neben Notfall-Operationen auch wieder planbare Eingriffe am Klinikum Kassel erfolgen. Mitte der Woche lag die Zahl der täglichen Operationen jedoch erst knapp über 20 - gegenüber sonst 60 bis 70.

Allein für die Checks und Bearbeitung aller seiner OP-Instrumente bei deren jeweiligem Hersteller rechnet das Krankenhaus mit Kosten von rund zwei Millionen Euro.

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