Ärzte Zeitung, 18.02.2011

Patientenversorgung profitiert von gutem Management

Eine Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey macht deutlich: Gutes Management senkt die Sterblichkeitsrate an Krankenhäusern.

Patientenversorgung profitiert von gutem Management

Klinikmanagement unter der Lupe: Hohe Qualität kann sich womöglich positiv auf die Sterblichkeitsrate auswirken.

© Denis Dittrich / fotolia.com

KÖLN (iss). Krankenhäuser mit einer hohen Managementqualität und guten wirtschaftlichen Ergebnissen schneiden in der Regel auch bei der Patientenversorgung gut ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey & Co.

"Medizinischer Erfolg, eine große Patientenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit schließen einander nicht aus, sondern sind gemeinsam die Folge eines guten Klinik-Managements", kommentiert Reinhard Wichels, Partner bei McKinsey, die Ergebnisse.

Nach der Untersuchung spiegelt sich ein gutes Klinikmanagement direkt in geringeren Sterblichkeitsraten wider und auch in einem besseren Finanzergebnis. Größere Häuser schneiden im Schnitt besser ab als kleine, solche in privater Trägerschaft besser als öffentliche Kliniken.

Für die Studie hat das Unternehmen gemeinsam mit der London School of Economics Manager und Führungskräfte in 1200 Kliniken aus sieben Ländern befragt und Daten aus den Häusern ausgewertet. In Deutschland waren 130 Kliniken einbezogen. In der Studienauswertung lag der Fokus klar auf Großbritannien und den USA.

Die Krankenhäuser wurden nach einem Management-Index bewertet. Er basiert auf 24 Kategorien, die von Personalführung und -entwicklung über den Entscheidungsfreiraum des Managements und den Verwaltungsaufwand für Ärzte bis zum medizinischen Sachverstand der kaufmännischen Führungsspitze reichten.

Auch die Qualität der Versorgung soll dort abgebildet werden, etwa über die Sterblichkeitsquote nach Herzinfarkten. Welche weiteren medizinischen Faktoren eine Rolle spielten, sagt McKinsey nicht.

Auf dem Management-Index mit einer Skala von eins bis fünf schneiden die US-amerikanischen Kliniken mit durchschnittlich drei am besten ab. Deutschland liegt mit 2,64 im Mittelfeld. Schlusslicht ist Frankreich mit 2,40.

"Der Vergleich über die Ländergrenzen hinweg ist aber nur bedingt aussagekräftig, weil die jeweiligen Gesundheitssysteme den Krankenhäusern ganz unterschiedliche Handlungsspielräume lassen", betont Reinhard Wichels. Innerhalb Deutschlands gebe es erhebliche Unterschiede zwischen den Krankenhäusern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »