Ärzte Zeitung online, 01.03.2011

Kreis Rottweil verkauft seine Kliniken an Helios

ROTTWEIL (ava). Der Kreis Rottweil wird seine beiden Krankenhäuser in Rottweil und Schramberg an die Helios Kliniken verkaufen.

Den Verkauf seiner Kliniken hat der Kreistag Rottweil am Montag nach jahrelangem Hin und Her beschlossen. Er entschied sich damit gegen das Angebot der Schweizer Ameos-Gruppe, die angeboten hatte, beide Klinikstandorte ohne betriebsbedingte Kündigungen zu erhalten.

Der Kauf bedarf noch der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Bis Ende 2015 will Helios nach eigenen Angaben mindestens 25,5 Millionen Euro in die Sanierung der Klinik und in neue Medizintechnik investieren.

Das Sanierungskonzept der Helios-Kliniken sieht die Schließung des Standortes Schramberg vor. Helios kündigte jedoch an, in den kommenden Jahren die Notarztversorgung am Standort Schramberg in Zusammenarbeit mit dem DRK sicherzustellen und dort für den Ausbau von Kooperationen sowohl im stationären wie im niedergelassenen Bereich zur Verfügung zu stehen.

Das Krankenhaus Rottweil verfügt über 264 Betten. Die rund 600 Mitarbeiter der Klinik arbeiten in den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO-Heilkunde, Dermatologie und Anästhesie.

Im Jahr 2009 wurden in der Klinik 10.186 Patienten stationär behandelt, der Gesamtumsatz der Klinik belief sich im selben Zeitraum auf rund 30,5 Millionen Euro.

Zur Helios Kliniken Gruppe gehören nach eigenen Angaben 63 Kliniken, darunter 43 Akutkrankenhäuser, 20 Rehabilitationskliniken und 29 Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Helios versorgt jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon rund 600.000 stationär.

Die Klinikgruppe verfügt über mehr als 18.500 Betten und beschäftigt über 33.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius SE & Co. KGaA.

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