Ärzte Zeitung online, 06.05.2011

Ermittlungen gegen Klinikum Fulda teils eingestellt

FULDA (dpa/eb). Nach dem Hygiene-Skandal um verunreinigtes Op-Besteck im Klinikum Fulda hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen teilweise eingestellt.

Ermittlungen gegen Klinikum Fulda teils eingestellt

Hygieneprobleme im Klinikum Fulda: Die Ermittlung wurden teilweise eingestellt.

© dpa

Es habe sich kein hinreichender Tatverdacht einer Straftat ergeben, teilte die Behörde am Freitag mit. Das betreffe aber nur die Vorfälle bis Januar. Die im April aufgetauchten, neuen Vorwürfe wegen nicht einwandfreier Instrumente werden gesondert geprüft.

Der nicht zum ersten Mal in die Kritik geratene Klinik in Osthessen wurde vorgeworfen, gegen das Medizinproduktegesetz verstoßen zu haben.

Die nicht ordnungsgemäße Reinigung und Desinfektion zum Beispiel von Scheren und Gefäßklemmen stelle aber nur eine Ordnungswidrigkeit dar. Das Verfahren wurde deshalb an das zuständige Regierungspräsidium Kassel abgegeben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war das Besteck bei zwei Operationen im September und Oktober 2010 verschmutzt.

Nach Ansicht der Ermittler ist bislang nicht bekannt, dass Patienten durch die Hygiene-Mängel geschädigt wurden. Der Anfangsverdacht wegen fahrlässiger Körperverletzung habe sich nicht erhärtet.

Nachdem der Skandal im Januar bekannt wurde, war das Klinikum zurück auf dem Weg zur Normalität - bis im April erneut Hygiene-Pannen öffentlich wurden.

Es seien mindestens zwölf Patienten mit nicht-sterilisierten Instrumenten operiert worden, hieß es. Mit der Prüfung der neuen Fälle ist die Behörde noch beschäftigt. Die Klinik schloss Sabotage nicht aus.

Eine wachsame OP-Schwester hatte die Panne aufgedeckt. Ihr war aufgefallen, dass ein notwendiger Sterilitätshinweis an dem Besteck fehlte.

Klinikchef Harald Jeguschke, dessen Vertrag mit dem Klinik im Sommer ausgelaufen wäre, trat kurze Zeit nach dem neuen Vorfall von seinem Posten zurück.

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