Ärzte Zeitung online, 20.05.2011

Durchbruch im Tarifstreit an der Charité

Noch vor wenigen Tagen schienen die Fronten verhärtet im Tarifstreit an der Charité. Doch nun gibt es ein Verhandlungsergebnis. Noch müssen die Mitglieder beider Seiten zustimmen. Mitte nächster Woche könnte bereits ein finales Ergebnis stehen.

Einigung im Tarifstreit an der Charité

Pflegekräfte beim Streik vor der Charité: Nun gibt es eine Einigung.

© Reiner Zensen / imago

BERLIN (ami). Die Tarifparteien an der größten Deutschen Uniklinik Charité haben sich auf neue Vertragsmodalitäten für die Pflegekräfte geeinigt. Am 20. Mai teilten Charité-Vorstand und die Gewerkschaft ver.di mit, dass ein Kompromiss gefunden worden sei.

Bis Mitte der Woche befragt die Gewerkschaft nun ihre Mitglieder an der Charité, ob sie das Ergebnis akzeptieren. Dann entscheidet die Tarifkommission, ob ein Tarifvertrag geschlossen wird.

ver.di-Verhandlungsführerin Bettina Weitermann sagte, das Ergebnis sei „ein fairer Lösungsvorschlag, der jedoch nicht alle Erwartungen erfüllt“.

Nach Einschätzung von Charité-Klinikumsdirektor Matthias Scheller ist die Uniklinik bis an die Grenze der wirtschaftlichen Tragfähigkeit gegangen, um eine Einigung zu erzielen.

Die Einigung kam überraschend, nachdem die Verhandlungen Mitte vergangener Woche festgefahren schienen.

Vorgesehen ist nach Gewerkschaftsangaben, dass die Charité-Beschäftigten das Niveau des Flächentarifvertrags TVöD bis Ende 2014 erreichen. Ab Juli 2011 erhalten sie 150 Euro pro Monat mehr, ein Jahr später nochmals 50 Euro. Außerdem kommt es zu einer Ost-West-Angleichung bei Kündigungsschutz und Weihnachtsgeld.

Die Einigung gilt nicht für die Tochtergesellschaft Charité Facility Management. Dort ist der Streik laut ver.di ausgesetzt und Verhandlungen sind zum Monatsende vorgesehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »