Ärzte Zeitung, 23.06.2011

Marburger Bund fordert fünf Prozent mehr für Uni-Ärzte

Die Ärztegewerkschaft will mehr Gehalt für Ärzte an Unikliniken erstreiten. Auch Nachtdienste und Überstunden sollen künftig besser vergütet werden.

Von Sunna Gieseke

Marburger Bund fordert fünf Prozent mehr für Uni-Ärzte

Henke: Unikliniken müssen sich beim Gehalt bewegen.

© MB

BERLIN. Der Marburger Bund (MB) fordert für die rund 20.000 Ärzte an Universitätskliniken fünf Prozent mehr Gehalt. "Spitzenmedizin muss deutlich besser bezahlt werden", sagte MB-Chef Rudolf Henke in Berlin.

An diese Forderung knüpft die Ärztegewerkschaft auch eine bessere Bezahlung der Nachtdienste, Überstunden und Wochenenddienste. Dafür sollen Zeitzuschläge von 25 Prozent durchgesetzt werden. Für Sonntagsdienste soll der bestehende Zeitzuschlag von 25 auf 35 Prozent erhöht werden.

Bisher erhielten Uni-Ärzte zum Beispiel für einen Nachtdienst "lediglich einen Zuschlag von 1,28 Euro pro Stunde", so Henke. Die Ärzte empfänden solche "Uralt-Regelungen" als Zumutung und Ausdruck mangelnder Wertschätzung ihrer Arbeit.

Insgesamt will der MB eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 6,3 Prozent für die Uni-Ärzte erstreiten. "Die Universitätskliniken müssen sich da bewegen", betonte Henke.

Fachärzte an Uni-Kliniken verdienten durchschnittlich fünf Prozent weniger als ihre Kollegen an privaten Krankenhäusern, so der MB-Chef. Die Einstiegsgehälter lägen bis zu 3,9 Prozent unter dem Tarifniveau anderer Krankenhausträger. Das müsse sich dringend ändern - ansonsten drohten den Unikliniken Probleme bei der Neubesetzung offener Stellen, warnte Henke.

Bereits heute gibt es nach Angaben des MB 12.000 offene Arztstellen in Krankenhäusern. Die Klinikträger sprechen von 6000. Neben einer linearen Gehaltserhöhung will der MB eine Modernisierung der Entgelttabelle durchsetzen. So sollen zum Beispiel Ärzte mit kleinen Kindern, die mehr Zeit für die Facharztweiterbildung benötigen, besser gestellt werden.

Der Start der Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder ist für den 12. Juli geplant. MB-Tarifexperte Lutz Hammerschlag betonte, man wolle versuchen, "zunächst auf dem Verhandlungsweg" zu einem Ergebnis zu kommen. Ein Streik sei bisher kein Thema. "Wir wissen aber, dass Ärzte bereit sind, diese Forderungen mit Nachdruck durchzusetzen", so Hammerschlag.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »