Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

MHH setzt auf smarte Op-Helfer

HANNOVER (cben). Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) will mehr smarte IT-Geräte einsetzen. Als erste Klinik in Deutschland nutzt die MHH nach eigenen Angaben eine App für den iPad und einen campusweiten 3G-Server.

Damit sollen dreidimensionale Scans von Computer- oder Kernspintomografen, Ultraschall oder Positronenemissionstomografen drahtlos in der gesamten Hochschule genutzt werden können.

"Wir haben einen Schritt in die Zukunft getan: Über den iPad können unsere Ärzte jetzt Bilder aus radiologischen Untersuchungen jederzeit überall auf dem Gelände abrufen", erklärt MHH-Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg.

Die neue Technik soll in Versorgung und Lehre eingesetzt werden. "Mit dem App können sich Ärzte noch schneller absprechen und wir unsere Patienten am Krankenbett noch besser informieren oder Studierenden und in der Weiterbildung noch genauere Erläuterungen geben", so Tecklenburg. Die MHH werde die Integration smarter IT-Geräte an der MHH weiter voran treiben, hieß es.

Hohe Anforderungen an die Datennetze

Dank einer "intelligenten Bildkompression" seien die Ladezeiten für die Bilder einer Untersuchung relativ kurz. Dennoch bestünden erhebliche Ansprüche an die drahtlosen Netzwerke, so die MHH.

Ein besonderes Augenmerk lege das Zentrum für Informationsmanagement (ZIMt) der MHH dabei auf die Sicherheit der Datenübermittlung, hieß es. Jedes mobile Gerät muss sich bei einem Server anmelden, der die Rechtmäßigkeit der Anmeldung überwacht und unzulässige Anmeldungen zurückweist. Der Datentransfer erfolgt abhörsicher mit einem State-of-the-art-Verschlüsselungsprotokoll.

Professor Frank Wacker hat die neue Technologie im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Rahmen eines Pilotprojektes eingeführt.

Vollwertiger Arbeitsplatz am Krankenbett

"Im Umfeld einer Hochleistungsklinik wie der MHH ist es selbstverständlich, dass Bilder und Befunde der Radiologie überall im Krankenhaus zur Verfügung stehen", erklärte Wacker. "Allerdings war bisher eine Workstation erforderlich. Die klinische Arbeit findet jedoch meist andernorts statt."

"Die mobile App ist ideal für die Kollegen, die rasch und unabhängig von einem vollwertigen Bildschirmarbeitsplatz am Krankenbett oder im OP radiologische Bilder und Befunde benötigen", so Wacker.

"Wir selbst nutzen die innovative mobile Technologie in der interventionellen Radiologie, um Patienten für Eingriffe aufzuklären." Die Bildqualität des iPad genügt höchsten Ansprüchen. "In den USA ist das Display des iPad bereits für die Diagnoseerstellung zertifiziert."

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