Ärzte Zeitung online, 09.08.2011

Hessische Staatsministerin setzt sich für Partikeltherapiezentrum in Marburg ein

WIESBADEN (ava). Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann hat nach der Ankündigung des privaten Klinik-Betreibers Rhön und der Siemens AG, die Partikeltherapieanlage am Universitätsklinikum in Marburg ausschließlich als Forschungs- und Entwicklungsanlage für Siemens zu nutzen, alle Beteiligten an einen Tisch gebracht. Das geht aus einer Mitteilung des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst hervor.

Nach Überzeugung des privaten Klinikbetreibers Rhön ist ein klinischer Dauerbetrieb derzeit nicht möglich.

Rhön-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pföhler bedauerte, "dass der Hersteller nicht die technischen Voraussetzungen schaffen konnte, damit die Partikeltherapieanlage rasch in den klinischen Routinebetrieb gehen kann." Die Rhön-Kliniken wollten ihre Patienten gerne mit der neuen Technologie behandeln, so Pföhler.

Anlage soll wertvolle Dienste leisten

Vorerst werde sein Unternehmen alles tun, damit die Anlage in Marburg für die Forschung wertvolle Dienste leisten könne.

Die Philipps-Universität Marburg und ihr Fachbereich Medizin setzen sich nach den Worten von Präsidentin Professor Katharina Krause und Dekan Professor Matthias Rothmund weiter mit ihrer wissenschaftlichen und ärztlichen Expertise für einen Erfolg des Partikeltherapiezentrums ein.

In Heidelberg, wo ebenfalls ein Ionenstrahltherapiezentrum in Betrieb ist, sind seit der Eröffnung im November 2009 schon mehr als 400 Patienten bestrahltworden. Das berichtete der Direktor des Heidelberger Ionenstrahltherapiezentrums (HIT), Professor Thomas Haberer.

30 Patienten werden täglich parallel bestrahlt

Jeden Tag würden im HIT etwa 30 Patienten parallel an zwei Bestrahlungsplätzen bestrahlt. Dazu gehörten vor allem Patienten mit ansonsten schwer behandelbaren Tumoren der Schädelbasis, Speicheldrüsenkarzinome und bestimmte Beckentumoren. Kinder werden zum Teil in Narkose bestrahlt; meist leiden sie an Hirntumoren.

Eine klinische Studie zur Behandlung des Prostatakarzinoms habe begonnen.

Staatsministerin Kühne-Hörmann hob hervor, es gehe darum, alle Möglichkeiten auszuloten, den Einsatz der Partikeltherapie am Universitätsklinikum Marburg zum Wohl der Patienten voranzubringen. Dazu solle ein Konzept entwickelt werden. Die Gespräche würden fortgesetzt.

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