Ärzte Zeitung, 10.10.2011

Uniklinik Schleswig-Holstein wirklich pleite?

KIEL (di). Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK  S-H) ist eigentlich pleite. Politiker im Norden kritisieren den Landsrechnungshof, weil er diese Einschätzung zuerst der Öffentlichkeit präsentiert hat.

Der Rechnungshof hatte seine Einschätzung bei der Vorstellung von Kerndaten der gerade testierten Bilanz 2010 abgegeben.

Danach kann das Klinikum seinen Betrieb nicht mit eigenen Einnahmen decken, sondern überlebt dank der Gewährsträgerhaftung des Landes Schleswig-Holstein.

Rechnungshof verwies auf Defizit von mehr als 100 Millionen Euro

Der Rechnungshof verwies auf ein über Jahre angehäuftes Defizit von mehr als 100 Millionen Euro, wovon ein Großteil nicht über Eigenkapital gedeckt sein soll. Allein 11,5 Millionen Euro Defizit waren im vergangenen Jahr trotz steigender Erlöse aus Krankenhausleistungen angefallen.

Der Rechnungshof erneuerte seine Kritik wegen der nach seiner Auffassung zu hohen Vergütungen für Chef- und Oberärzte am UK S-H. Die Schelte kam bei Landespolitikern schlecht an.

Im Kieler Landeshaus kritisierte man die frühzeitige Information der Öffentlichkeit. Im Norden drängt derzeit keine Partei mehr auf Privatisierung. Das UK S-H soll aus eigener Kraft in die schwarzen Zahlen gelangen.

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