Ärzte Zeitung, 18.10.2011

Kommunaler Klinikbund im Norden wächst

Mit einer starken Kooperation Privatisierungsgespräche überflüssig machen, so lautet das Motto eines Krankenhausverbundes in Schleswig-Holstein.

KIEL (di). Der bisherige 5 K-Verbund wächst weiter: Zum ersten Oktober ist das Städtische Krankenhaus Kiel dem bedeutendsten Verbund kommunaler Kliniken im Norden beigetreten.

Zusammen mit dem Klinikum Itzehoe, dem Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster, den Westküstenkliniken Heide und Brunsbüttel, den Imland Kliniken Eckernförde/Rendsburg und dem Klinikum Bad Bramstedt gehört das Kieler Krankenhaus damit zu einem der wichtigsten Gesundheitsversorger in Schleswig-Holstein.

Position im Wettbewerb soll gestärkt werden

Das Kieler Haus befand sich als kommunale Klinik zuletzt in einer Insellage. Geschäftsführer Dr. Roland Ventzke begründete den Beitritt mit dem Ziel, die Position im Wettbewerb zu stärken. Der ist für das Städtische Krankenhaus hart: In der Landeshauptstadt tritt man u.a. gegen die Universitätsklinik und gut aufgestellte Privatkliniken an.

Auch eine Ausweitung des ambulanten Angebotes ist wegen des gut organisierten Kieler Praxisnetzes schwierig.

Mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt

Im neuen 6-K-Verbund wollen die Häuser Privatisierungsdiskussionen überflüssig machen und gegenüber Krankenkassen, Ministerien und Medien mit einer Stimme sprechen. Sie beschäftigen mehr als 10.000 Mitarbeiter, erarbeiten ein Umsatzvolumen von 606 Millionen Euro und verfügen über 4195 Planbetten.

Synergien ergeben sich für die Partner nicht nur im gemeinsamen Einkauf, sondern auch in Medizin und Pflege.

"Kliniken können sich bei Leistungsangebot und Therapiekonzepten ergänzen"

"Dies betrifft sowohl die Aus-, Fort- und Weiterbildung ganz allgemein als auch Hospitationen, Rotationen  oder gemeinsame Projekte der Kliniken. Die Kliniken können sich bei ihrem Leistungsangebot oder bei Therapiekonzepten gegenseitig ergänzen", sagte Itzehoes ärztlicher Direktor Professor Arno Deister.

Kooperationen der Verbundhäuser gibt es bereits in der Kinder- und Jugendmedizin, Anästhesie und Geriatrie.

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