Ärzte Zeitung online, 01.11.2011

Bund nimmt Charité unter die Fittiche - ein bisschen

Nein zur Bundesuniversität, ja zu einer Fusion mit dem Max Delbrück-Centrum: In den Koalitionsgesprächen zwischen SPD und CDU in Berlin zeichnet sich eine Lösung für die finanziellen Probleme der Uniklinik ab. Der Bund ist mit im Boot.

Zukunft der Berliner Charité geklärt

Die Berliner Charité, Deutschlands größtes Uniklinikum, schreibt seit Jahren rote Zahlen. Ein immenser Investitionsstau hat sich gebildet.

© imago / Schöning

BERLIN (ami). Die Berliner Universitätsklinik Charité wird dauerhaft vom Bund gefördert. Diese Absicht hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) im Anschluss an ein Gespräch mit den Verhandlungsführern der großen Koalition am Montag in Berlin bekräftigt.

"Berlin bekommt damit die Chance, zum Spitzenstandort in den Lebenswissenschaften und in der klinischen Forschung zu werden", sagte Schavan.

Keine Bundesuniversität

Die Bundesforschungsministerin hatte bereits im Frühsommer finanzielle Unterstützung des Bundes für die größte deutsche Uniklinik angekündigt.

Das Modell einer Bundesuniversität ist dabei jedoch vorerst vom Tisch. Vielmehr soll es eine Fusion mit dem zu 90 Prozent vom Bund geförderten Max Delbrück-Centrum geben.

Zuletzt rote Zahlen bei der Charité

Das neue Institut soll 2013 starten. Bis Sommer 2012 sollen die rechtlichen und organisatorischen Details geklärt sein. Einzelheiten über die Verabredungen zwischen Bund und Berlin wollen die Berliner Koalitionäre Klaus Wowereit (SPD) und Frank Henkel (CDU) am Freitag erläutern.

Für die Charité besteht damit die Chance, ihre schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen deutlich zu verbessern. Die größte deutsche Uniklinik schrieb zuletzt rote Zahlen.

Sie leidet vor allem unter einem immensen Investitionsstau. Für ein Statement stand die Charité nicht zur Verfügung.

Bundesweites Pilotprojekt und keine Einzelfallhilfe

Die Bundesforschungsministerin betrachtet die Finanzhilfe für die Forschung der Charité jedoch nicht als Einzelfallhilfe, sondern als bundesweites Pilotprojekt.

Bis 2018 soll geklärt werden, ob das Modell taugt, um die Forschungsförderung des Bundes nach dem Exzellenzwettbewerb zu verstetigen.

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