Ärzte Zeitung online, 22.11.2011

Marburger Bund empört über Angebot der kommunalen Kliniken

Die Tarifverhandlungen für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern verlaufen schwierig. Die VKA bietet eine Tarifsteigerung von 1,48 Prozent an. Der Marburger Bund hält das für "einen schlechten Witz."

Marburger Bund empört über Angebot der kommunalen Kliniken

Marburger Bund: Die angebotene Gehaltssteigerung liegt weit unterhalb der Inflationsrate von zweieinhalb Prozent.

© Uwe Anspach / dpa

BONN (chb). Die Tarifverhandlungen für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern verlaufen schwierig.

Ein Angebot der Arbeitgeberseite lehnte der Marburger Bund (MB) am Dienstag empört ab. Es entspreche nicht ansatzweise den Forderungen der Klinikärzte, sagte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte am Dienstag eine lineare Lohnerhöhung von 1,48 Prozent angeboten.

Zusätzlich könnten die Bereitschaftsdienstentgelte in gleicher Höhe gesteigert werden.

Zusätzliche Entgeltstufe für Assistenzärte in der Facharztweiterbildung angeboten

Angeboten wird zudem eine Einmalzahlung von 250 Euro. Außerdem soll es Verbesserungen bei der Organisation von Bereitschaftsdiensten geben sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz ausgebaut werden. Für Assistenzärzte in der Facharztweiterbildung wurde eine zusätzliche Entgeltstufe angeboten.

Laut VKA ist mit der angebotenen linearen Erhöhung von 1,48 Prozent "die durch den Gesetzgeber festgesetzte Obergrenze der Budgetsteigerung voll" ausgeschöpft.

"Die Krankenhäuser sind bereit, die Steigerung ihrer Budgets aus der Krankenhausfinanzierung in vollem Umfang an die Ärzte weiterzugeben", sagte VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg.

MB: Angebot ein "schlechter Witz"

Der Marburger Bund bezeichnete das Angebot dagegen als "schlechten Witz". Er fordert eine Erhöhung der Gehälter um sechs Prozent und eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste auf vier pro Monat.

Derzeit haben laut MB 55 Prozent der Ärzte an Kommunalkliniken fünf bis neun Mal im Monat Bereitschaft. Die angebotene Gehaltssteigerung liege weit unterhalb der Inflationsrate von zweieinhalb Prozent.

Bei den Bereitschaftsdiensten biete die VKA lediglich Absichtserklärungen statt verbindlicher Regeln, kritisiert der MB. Er hat die Verhandlungen unterbrochen.

Am Donnerstag soll mit der Kleinen Tarifkommission das weitere Vorgehen besprochen werden.

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