Ärzte Zeitung online, 07.12.2011

Frühchen-Tod: Bremer Kliniken gehen Hygiene an

BREMEN (dpa). Nach dem Tod mehrerer Frühchen in Bremen wollen die vier kommunalen Krankenhäuser mit einem Zehn-Punkte-Plan die Hygiene verbessern.

Unter anderem soll ein elektronisches Frühwarnsystem für Keimausbrüche eingeführt und mehr Fachpersonal für Hygiene eingestellt werden. Außerdem soll die Bettenzahl auf der Frühchen-Intensivstation verringert und das Personal verstärkt geschult werden.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und von Freiburger Hygiene-Experten seien berücksichtigt worden, sagte eine Sprecherin des Klinikverbundes am Dienstag.

Seit April waren 25 Neugeborene im Klinikum Bremen-Mitte mit einem resistenten Darmkeim in Kontakt gekommen. Neun Babys erkrankten schwer. Zunächst war von drei Todesfällen die Rede.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen aber wegen sechs toter Kinder. Gesundheitsbehörde und Klinik hatten die Vorfälle Anfang November öffentlich gemacht.

Programm gilt auch für private Träger

Ein Team des Robert Koch-Instituts hatte die Vorfälle untersucht. Experten des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene am Universitätsklinikum Freiburg nahmen zudem die Hygienestandards unter die Lupe.

Die Bremer Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) möchte mit einem landesweiten Aktionsprogramm auch die Hygiene in den nicht-kommunalen Krankenhäusern verbessern.

Die Grundlage dafür ist das überarbeitete Infektionsschutzgesetz des Bundes, das die Meldeketten für Krankenhauskeime neu regelt und mehr Fachpersonal vorsieht.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sollen alle Bremer Kliniken darüber hinaus alle zwei Jahre ihre Hygienestandards überprüfen lassen. Auch die Arbeit der Gesundheitsämter soll durchleuchtet werden.

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