Ärzte Zeitung online, 26.12.2011

Charité eröffnet Trauma-Ambulanz für Gewaltopfer

BERLIN (maw). Die Berliner Charité-Uniklinik bietet ab sofort Hauptstadtbürgern, die Gewalterfahrungen verarbeiten müssen, psychotherapeutische Unterstützung an. Dies haben die Charité und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) vereinbart.

Die Charité eröffnet nach eigenen Angaben zu Jahresbeginn eine Trauma-Ambulanz für Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrungen an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters.

Erwachsene Gewaltopfer könnten sich an die Trauma-Ambulanz in der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig Krankenhaus wenden.

Charité und LAGeSo implementieren mit diesem Schritt die Vorschriften des Opferentschädigungsgesetzes (OEG). Ziel des OEG sei es, die körperliche und seelische Gesundheit von Gewaltbetroffenen so weit wie möglich wiederherzustellen.

"In den ersten Wochen nach einer Gewalttat kann man noch sehr viel tun, um psychische Spätfolgen bei den Opfern abzuwenden", erläutert Professor Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

"Wir bieten Erstgespräche zur Krisenintervention und können in Absprache mit dem LAGeSo die Betroffenen auch an andere Einrichtungen vermitteln", so Heinz weiter.

Sinnvoll und wichtig seien solche Gespräche für Menschen, deren Gewalterfahrung erst wenige Tage oder Wochen zurücklägen. Dabei komme es nicht darauf an, ob das Opfer selbst Verletzungen davongetragen oder eine Gewalttat beobachtet habe. "Beides kann traumatische Folgen haben", verdeutlicht Heinz.

Das LAGeSo trage die Kosten für bis zu fünf Termine, bei denen speziell ausgebildete Ärzte oder Psychologen den genauen Sachverhalt ermitteln und eine Diagnose stellen, zunächst selbst.

Danach werde über weitere Behandlungsmöglichkeiten entschieden.

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