Ärzte Zeitung online, 23.12.2011

Gießen: Insolvente Privatklinik sucht Investoren

GIEßEN (ine). Die Esculapklinik in Gießen hat beim zuständigen Amtsgericht Insolvenz angemeldet.

Nach Angaben des Ärztlichen Direktors Dr. Gerhard Böhringer war die Auslastung in der chirurgischen Privatklinik unzureichend, Zahlungsprobleme waren die Folge. Nach Medienberichten gibt es Verbindlichkeiten in sechsstelliger Höhe.

Die Privatklinik war vor dreieinhalb Jahren im Mai 2008 mit Unterstützung der Bürgschaftsbank Hessen eröffnet worden und wollte nach eigenen Angaben neue Maßstäbe in der Patientenversorgung in Mittelhessen setzen.

Die Chirurgen - derzeit arbeiten dort vier Mediziner - behandeln ambulant und stationär. Die Klinik hat elf vollstationäre und vier tagesklinische Betten sowie zwei Operationssäle. Im Schnitt wurden jährlich etwa 600 Patienten operiert.

Zum Konzept gehört die Rundumverpflegung der Patienten. "Hotelatmosphäre und Essensverpflegung aus der Sterneküche sind genau so selbstverständlich wie Partnerzimmer für Angehörige, Internetzugang und die Nachbetreuung zu Hause", heißt es im Geschäftsbericht.

Zum Konzept gehört ebenfalls die enge Kooperation mit den Fachärzten im benachbarten Ärztezentrum.

Fehlende Patienten

Das Hauptproblem der insolventen Klinik: Keiner der Ärzte hatte zuvor als Niedergelassener gearbeitet und konnte damit auch keinen eigenen Patientenstamm mitbringen.

"Wir hatten nicht mit so einer langen Anlaufzeit gerechnet", erzählt Böhringer im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Auf der Suche nach Investoren seien bereits Gespräche mit der Rhön Klinikum AG geführt und abgebrochen worden: Das Unternehmen wollte eine Tagesklinik einrichten. Dies passe, so Böhringer, nicht in das Konzept der Klinik.

In den nächsten Wochen stehen nun weitere Verhandlungen mit möglichen Investoren und Ärzten an. Ziel ist, die Klinik zu sanieren. Nicht zuletzt, damit die insgesamt 20 Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit ihren Arbeitsplatz behalten können.

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