Ärzte Zeitung, 01.02.2012

Ambulante Ops werden sehr wohl kontrolliert

Ein "Spiegel"-Bericht hat eine Diskussion um die Qualität der ambulanten Operationen entbrannt. Der Vorwurf: Es gibt keine Kontrollinstanzen. Das wollen die niedergelassenen Operateure nicht auf sich sitzen lassen.

Ambulante Ops werden sehr wohl kontrolliert

Ambulante Op: Nirgends wird strenger kontrolliert, sagen die Ambulanten Operateure.

© imago

BREMEN (ava). Kein Bereich der ambulanten Versorgung ist so engmaschig geregelt und staatlich überprüft wie das Ambulante Operieren. Darauf weisen die Berufsverbände der ambulanten Operateure im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" hin.

Eine Diskussion um die Qualität der ambulanten Operationen ist nach einem Bericht des "Spiegel" entbrannt. Das Magazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über dramatische Fehler einer Fachärztin für Anästhesie, die mittlerweile zum dritten Mal wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung vor Gericht steht.

Drei Menschen - ein vierjähriger Junge, eine 44-jährige und eine 78-jährige Frau - waren zwischen 1994 und 2009 im Zusammenhang mit ambulanten Operationen in einer Bonner Praxis für Orthopädie gestorben.

Den Vorwurf, es gebe keine Kontrollinstanzen beim Ambulanten Operieren, wiesen Vertreter der Berufsverbände der ambulanten Operateure zurück.

"Haben ein reines Gewissen"

Zusätzlich zu den verbindlichen Regelungen unterziehen sich fast alle niedergelassenen Operateure freiwilligen Qualitätssicherungsprogrammen, so der Vizepräsident des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen Dr. Jörg-Andreas Rüggeberg.

Die Patientensicherheit werde von allen Seiten überwacht, sagt der Präsident des Bundes Ambulantes Operieren, Dr. Axel Neumann. "Das ist sinnvoll und gut. Wir haben ein reines Gewissen."

"Qualitätskontrollen werden in vieler Hinsicht durchgeführt, von Begehungen der Operationssäle bis zu Qualitätskontrolle der Kassenärztlichen Vereinigungen", erklärt der Präsident des Berufsverbandes Niedergelassener Chirurgen, Dr. Dieter Haack.

Er verwies auf die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zusammengefassten und auch regelmäßig kontrollierten Regelungen zum Ambulanten Operieren: "Die Vorgaben, die wir erfüllen müssen, reichen vom Infektionsschutzgesetz über das Medizinproduktegesetz , und das Arzneimittelgesetz, die Biostoffverordnung, Röntgenverordnung und das Transfusionsgesetz bis hin zum Arbeitsschutzgesetz und zur Arbeitsstättenverordnung."

Haack stellte fest, dass die Infektionsrate beim Ambulanten Operieren deutlich geringer sei als im Krankenhaus. Gleiches gelte, so Haack, für die Arbeitsunfähigkeitszeiten.

Lesen Sie auch:
Knappe Honorare für ambulante Operationen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »