Ärzte Zeitung online, 03.02.2012

Frühchen-Skandal in Bremen: Keime seit 2005?

Drei Säuglinge starben, eine ganze Klinikstation wurde wochenlang geschlossen - der Bremer Frühchen-Skandal ist noch nicht ausgestanden. Jetzt kommen neue Details ans Tageslicht: Offenbar wurden die Keime schon Jahre zuvor in der Klinik nachgewiesen.

Frühchen-Skandal in Bremen: Keime seit 2005?

Klinikum Bremen-Mitte: Klebsiellen schon seit 2005?

© Ingo Wagner / dpa

BREMEN (cben/eb). Weitere Bremer Frühchen mit Klebsiellen besiedelt? Nach Informationen von "Radio Bremen" sind bereits im Jahr 2005 diese Keime im Klinikum Bremen-Mitte aufgetaucht.

Bei sechs Frühgeborenen seien die Keime nachgewiesen worden, heißt es in einem Bericht des Senders.

Im vergangenen Jahr waren drei Frühgeborene auf der Frühchenstation des Klinikums nach Infektionen mit dem Keim Klebsiella pneumoniae gestorben.

Eine Sprecherin des Bremer Klinikverbundes Gesundheit Nord (Geno) schloss nicht aus, dass der Nachweis der Keime 2005 mit den drei toten Frühchen im vergangenen Jahr in Verbindung stehen könnte.

Nach Angaben des Klinikums habe es sich bei den Fällen von 2005 nicht um einen meldepflichtigen Ausbruch gehandelt, sondern um eine Häufung von Einzelfällen.

Allerdings sind laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) Erkrankungen dann zu melden, wenn eine "örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Was Menschen von Mäusen lernen können

Forscher haben Mäuse in der Gruppe beobachte und etwas interessantes beobachtet: Kann diese Erkenntnis Infektionen unter Menschen verhindern? mehr »

Zu viel Zucker

Süße Versuchung: Erfrischungsgetränke auf dem deutschen Markt enthalten Zucker - sehr viel Zucker. Eine Foodwatch-Studie löst wieder die Diskussion aus: Braucht Deutschland eine Zuckersteuer? mehr »

Ausländische Ärzte brechen Zelte ab

Nach dem Brexit-Votum wächst im britischen Gesundheitswesen die Unsicherheit für ausländische Ärzte. Ärzteverbände haben öffentlich vor einem Ausbluten der Versorgung gewarnt. mehr »